Mumia Abu-Jamal, der als Jugendlicher selbst Teil dieser revolutionären Bewegung war, schreibt 2003-2004 aus seiner Zelle im Todestrakt heraus seine lebendigen und anregenden Erinnerung an seine Zeit in der Black Panther Party auf. »We Want Freedom« – Wir fordern Freiheit – das sind die ersten Worte des legendären 10-Punkte-Programms der Black Panther Party.
Anders als in den Ländern Mitteleuropas waren die anarchistischen GewerkschafterInnen (AnarchosyndikalistInnen) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Reihe von Ländern Lateinamerikas sowie in Spanien und Italien die wichtigste Strömung in der ArbeiterInnenbewegung. Ihr Selbstverständnis und ihre Aktionsformen haben die Widerstandskultur in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien, Cuba oder Uruguay maßgeblich geprägt. Spätestens ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ging ihr Einfluss dann rapide zurück, und nationalistische bzw. sozialistisch/kommunistische Organisationen übernahmen die Führungsrolle in der Gewerkschaftsbewegung. Offensichtlich hat sich die Einschätzung des Charakters von Staaten und darüber, ob diese ein Hindernis oder ein Instrument im Emanzipationskampf der Unterdrückten darstellen, in dieser Zeit grundsätzlich gewandelt.
Eine Revolution, die im tunesischen Sidi Bouzid begann. Wütende Proteste auf dem Syntagma-Platz in Athen. Streiks in China. Riots in England und Occupy Wall Street in New York. Widerstand gegen Großprojekte in Stuttgart und anderswo, städtische Protestbewegungen in Hamburg und Berlin. Als Antwort auf die globale Krise und die von ihr produzierten sozialen Verwerfungen haben Zahl und Umfang der sozialen Konflikte stark zugenommen. Die Zurückweisung des europäischen Austeritäts-Diktats in Griechenland und die Revolten und Revolutionen im südlichen Mittelmeerraum sind dabei nur die prominentesten Beispiele.
Das Marxsche Kapital als politische Waffe: Harry Cleavers Buch erschien erstmals 1979 in englischer Sprache und gilt als zentraler Text der sogenannten "politischen Lesart" des Marxschen Kapitals. Als solcher wurde das Buch im angloamerikanischen Sprachraum breit rezipiert, erfuhr mehrere Neuauflagen und wurde unter anderem ins Türkische und Koreanische übersetzt. Cleaver, der Strömung des autonomen Marxismus nahestehend, entwickelte seinen methodischen Zugang unter anderem im Anschluss an italienische marxistische Denker wie Antonio Negri oder Mario Tronti.
„Bereits 1933 wusste man alles...“, so schreibt der französische Historiker Lionel Richard im Vorwort zur Neuauflage dieses bedeutenden Buches der deutschen Exilpresse. 1936 in Paris „anonym“ erschienen, um die Familien der Mitarbeiter vor der Verfolgung der Nationalsozialisten in Deutschland durch deren „Sippenhaft“ zu schützen, berichtet dieses Buch nahezu minutiös von der nationalsozialistischen Unterdrückung, Gewalt und Zerstörung. Die „Gefahr millionenfachen Todes in einem neuen Krieg“ liegt den Autoren bereits klar vor Augen, der Massenmord an den Juden ist in der antisemitischen Hetze bereits als Generalbefehl angekündigt.
Der vorherrschende Umgang mit Stalinismus und Realsozialismus zielt auf die grundsätzliche Delegitimierung der kommunistischen Idee. Doch der Verweis auf diesen instrumentellen Charakter darf die kritische Auseinandersetzung der Linken mit ihrer Geschichte nicht verstellen. Gerade an ihr ist es, den Widerspruch zwischen Realsozialismus und einer emanzipatorischen Gesellschaft aufzuzeigen und sich zu fragen, wie aus der Idee des Kommunismus die Praxis von Unterdrückung und Terror wurde. Für eine Linke, die sich die Befreiung des Menschen auf die Fahnen geschrieben hat, ist diese Auseinandersetzung unabdingbar.
Hanna Hacker befragt Konzepte aus den feministischen, queeren und postkolonialen Theorien, aus den Critical Whiteness Studies, Border Studies und radikalen Ansätzen der Kritischen Geografie auf ihren Nutzen für ein Verständnis internationaler Ungleichheitsverhältnisse, transkultureller Gewalt und transkulturellem Wissen. Schwerpunkte bilden die Gegenlektüre von Theorien und Praktiken der Internationalen Zusammenarbeit, der Begriff des Begehrens und Politiken des Erinnerns und der Geschichtsschreibung.
Nicht nur für Außenstehende ist schwer nachvollziehbar, wie es in Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern zu einer beispiellosen Eskalation des Drogenkrieges kommen konnte, dem in den letzten Jahren Zehntausende Menschen zum Opfer fielen. Das Buch »NarcoZones« geht dieser Frage nach und korrigiert in einer länderübergreifenden Analyse zugleich die irreführende Kurzformel von der »Drogenmafia«. Denn längst sind die Kartelle nicht mehr nur Drogenhändler. Kokain, Heroin und andere Drogen sind lediglich einige der Waren, mit denen sie ihr Geld verdienen. Als transnational agierende Unternehmen sind sie u.a. in illegale Waffengeschäfte verstrickt und für unzählige Entführungen und Erpressungen verantwortlich. Ihr Vermögen steckt ebenso in karibischen Touristenhotels wie in deutschen Einkaufszentren.