Der 36. Breitengrad ist eine imaginäre Linie auf einer Landkarte, jedoch gleichzeitig ein realer Ort, die Straße von Gibraltar, an dem klandestine Emigration stattfindet. In der 36. Breitengrad sind die Darsteller die Flüchtlinge selbst. Dokumentation und Fiktion, Gestik und Worte, Träume und Wünsche.
Der Vierte Weltkrieg taucht das Publikum in die vordersten Fronten aktueller sozialer Konflikte in Mexiko, Argentinien, Israel/Palästina, Korea, Südafrika, Nordamerika und Europa ein.
Im November 2006 findet der zehnte Castortransport nach Gorleben statt. Nach insgesamt 30 Jahren Widerstand sind die Menschen im Wendland noch längst nicht müde, sich gegen den atomaren Wahn aufzulehnen. In zahlreichen Interviews, Aktionsbildern und Momentaufnahmen hinterlässt der Film einen vielfältigen Eindruck des unbeugsamen Widerstands gegen die Atomanlagen in Gorleben.
Wie in vielen anderen Städten leben auch in Freiburg Menschen in Wohnwagen und umgebauten LKWs. Ende 2005 ergeht ein Räumungsbescheid für das Gelände, auf das sich bis dato die seit 12 Jahren immer wieder der Vertreibung und Repression ausgesetzten WagenbewohnerInnen ’Schattenparker’ zurückziehen konnten. Während die Schattenparker mit öffentlichen Aktionen für die Akzeptanz ihrer Wohnform kämpfen, reagiert die Obrigkeit mit Polizeigroßeinsätzen, Pressehetze und einer Eskalation des Konfliktes, die in der Beschlagnahmung von 30 Fahrzeugen - Wohnungen der Schattenparker - mit sämtlichem Hab und Gut gipfelt.
Was mit einem Streik der LehrerInnen für bessere Löhne und soziale Bedingungen begann, führte im Sommer 2006 zu einer beispiellosen Rebellion und breiten Solidarisierung der Bevölkerung im südmexikanischen Staat Oaxaca. Über Monate hinweg werden Strassen blockiert, Regierungsgebäude besetzt, die Stadt in Selbstverwaltung regiert und die Absetzung des verhassten Gouverneurs Ulises Ruiz Ortiz gefordert.
Am 19. Dezember 2001 beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Argentiniens. Nach Jahren von Wirtschaftskrise, Sparprogrammen und Verarmung sagen Hunderttausende im ehemaligen Musterland des Neoliberalismus: Basta! Que se vayan todos! Es kommt zu massiven Aufständen. Die Regierung wird gestürzt. In unzähligen Versammlungen, Aktionen und sozialen Gruppierungen diskutieren die Leute, wie sie ihre Geschichte selbst in die Hand nehmen.
Einer dieser politischen Akteure ist das Indymedia Kollektiv. Mitten im Sturm des politischen Umbruchs und aus dem Bedürfnis heraus, die Geschehnisse selber von der Basis aus zu dokumentieren und eine Alternative zu den kommerziellen Massenmedien aufzubauen, finden sich mehrere MedienmacherInnen im Indymedia Kollektiv zusammen.
Bataville, eine kleine Stadt im Lothringer Wald. Seit den 1930er Jahren werden hier Schuhe von tausenden von Arbeitern und Arbeiterinnen produziert. Doch im Frühling 2001 kommt der Schock: die Produktion soll nach Asien ausgelagert werden. Den Menschen in Bataville droht der Verlust ihrer Mikrowelt.
Freiburg Februar 2004. Das selbstverwaltete autonome Zentrum KTS wird gekündigt und steht vor der Räumung. Wie aus dem Nichts entsteht eine breite Mobilisierung für den Erhalt dieses Freiraums, dessen Einfluss weit in die politische Landschaft Freiburgs reicht. Es folgen zwei Monate intensiver Demonstrationen, Aktivitäten und Konzerte auf der Straße, die in der Love or Hate Parade anläßlich des 10-jährigen Bestehens gipfeln.
Chile gilt oft als wirtschaftliches und soziales Vorzeigemodell Lateinamerikas. Der Film erzählt dagegen eine andere Geschichte: Sie führt von der Diktatur Pinochets direkt zum heutigen entfesselten Neoliberalismus.
San Salvador Atenco im Mai 2006, eine Stadt in der Nähe von Mexiko City. Zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen eskaliert ein Konflikt um Land und Rechte zwischen der zivilen Bevölkerung und der mexikanischen Regierung. 3.000 Einsatzkräfte dringen mit einer grausamen Brutalität in die Stadt ein. Das Ergebnis sind verwüstete Wohnungen, massive Verhaftungen, Vergewaltigungen und etliche Menschenrechtsverletzungen, die an die lateinamerikanischen Diktaturen der 70er Jahre erinnern.