Ramus war in der Zwischenkriegszeit der bekannteste Anarchist Österreichs. Das Buch bietet Einblicke in seine wirtschaftlichen und politischen Vorstellungen.
"Entweder die Gerechtigkeit ist ein menschliches Ideal, und dann beanspruchen wir dieses für einen jeden, oder aber sie ist ein Ausdruck der Macht, der die Gesellschaft beherrscht, das uns davon abhalten könnte, unsere Macht gegen unsere Feinde zu mißbrauchen. Man mißverstehe uns nicht: die Freiheit für alle - oder das Gesetz der Vergeltung für alle!"
In seinem Blatt "Der arme Teufel" stellte Robert Reitzel Herrschaft in jeder Form in Frage, kämpfte für die Emanzipation des Arbeiters und der Frauen, stritt wider moralische Heuchelei und Gewissenszwang.
Von grundsätzlicher Bedeutung für die Diskussion über alternativ-sozialistische Positionen, die sich eindeutig von allen autoritär-staatlichen "Sozialismus"-Konzeptionen abgrenzen, sind die Beiträge des deutsch-schwedischen Anarcho-Syndikalisten (Freiheitlichen Sozialisten) Helmut Rüdiger.
Auf den ersten Blick vielleicht verwirrend, eine Verbindung zwischen Marquis de Sade (1749-1814) und Max Stirner (Johann Caspar Schmidt - 1806-1856) herzustellen. Zwei Charaktere, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. Der Franzose, barock, triebhaft-tobend, und der Deutsche, zaghaft, spröde. Biographisch verbindet sie nichts, politisch allerdings einiges. Beide sind radikale Feinde des Staates, antiautoritär - und Individualanarchisten. Für beide ist nur das sich-selbst-bewußte Individuum Garant unbegrenzter Freiheit.
Die Schwerpunkte der Arbeit von Gerhard Senft liegen auf Fragen zu Max Stirner`s philosophischem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum" sowie zu dessen Bedeutung in der ArbeiterInnenbewegung.
Hans Jürgen Degen stellt Texte aus allen Politikphasen Souchys vor und gibt einen Überblick über das breite publizistische Schaffen Souchys von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod. Artikel, die heute schwer zugänglich sind, sowie einige Erstübersetzungen und bisher unveröffentlichte Manuskripte bilden die Grundlage für dieses nach Souchys Arbeitsschwerpunkten gegliederte Buch.
Anarchismus - Theorie, Kritik, Utopie dokumentiert und kommentiert die libertäre Tradition vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Vergangenheit. Die theoretischen Grundpositionen der AnarchistInnen wie auch ihr bedeutender Anteil an der Sozialistischen Bewegung, an der Russischen Revolution und am Spanischen Bürgerkrieg werden aufgezeigt. Porträts der wichtigsten VertreterInnen des Anarchismus runden die bearbeitete Neuauflage dieser umfassenden Textsammlung ab, die differenziert die komplexe Entwicklungsgeschichte des Anarchismus nachzeichnet und seine meist unterschlagenen konstruktiven Tendenzen deutlich macht.
Der "Bund Herrschaftsloser Sozialisten" war als BHS(-Anarchisten) nach dem Ende des ersten Weltkrieges für etwa 20 Jahre lang die größte anarchistische Organisation Österreichs. Sie hatte über 60 Ortsgruppen mit rund 4.000 zahlenden Mitgliedern (Arbeitslose wurden nicht als zahlende geführt) und war mit zahlreichen anarchistischen oder sozialistischen Gruppen vernetzt.