1971 kommt es im niederländischen Fernsehen zu einer einzigartigen Begegnung: Noam Chomsky, amerikanischer Linguist und Vordenker der Globalisierungskritik, diskutiert mit Michel Foucault, dem wohl einflussreichsten französischen Philosophen des 20. Jahrhunderts.
Dass Wissen Macht ist, behauptet der Volksmund schon lange. Der Poststrukturalist Foucault allerdings trat in seinem Werk den wissenschaftlichen Beweis dafür an. Wie kein anderer erforschte der Vater der Diskursanalyse Macht- und Herrschaftsgefüge, beschrieb ihre Wirkungsweisen und Eigendynamiken und warnte vor ihren Folgen. Gefängnisse, Psychiatrien, Militärapparate, Schulen – gesellschaftliche und staatliche Institutionen waren ebenso Gegenstand seiner Untersuchungen wie die Genealogie der Sexualität oder das System von Sprache und Grammatik.
Die lang erwartete Fortsetzung von Bini Adamczaks „Kommunismus“ nimmt einen unerwarteten Verlauf. Hatte die „kleine Geschichte wie endlich alles anders wird“ den heimlichen Untertitel „Kommunismus für Kinder“, so wird der zweite Teil den unausgesprochenen Namen „Kommunismus für Kommunistinnen“ tragen. Pünktlich zum Jahrestag der russischen Revolution führt die Re-Konstruktion eines kommunistischen Begehrens in die Geschichte des Kommunismus und bürstet diese gegen den Strich: von 1939 bis 1917.
Wie lässt es sich – jetzt! – fünfzehn Jahre nach dem Ende der Geschichte über das Ende der Vorgeschichte, über Kommunismus schreiben, ohne der Lächerlichkeit eines ohnmächtigen Pathos zu verfallen? Kritische Kritik + Negation der Negation? Aber: sollte sich der Kommunismus auf übelgelaunte Negation beschränken, ohne Traum und Sexappeal? Es bedarf einer kinderleichten Sprache um ein kommunistisches Begehren zu erfinden. »Den Kommunismus machen: das kann ja wohl nicht so schwer sein.«
"Giorgio Agamben gehört zu den anspruchsvollsten und genauesten Schriftstellern, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Seine Schriften sind elegant, heiter und - um ein etwas verbrauchtes Wort mit neuem Leben zu erfüllen - absolut revolutionär." (Avital Ronell)
Johannes Agnolis Arbeiten zur deutschen und italienischen Studentenbewegung. Das Buch versammelt Aufsätze zur kritischen Theorie, zum Verhältnis von APO und Arbeiterbewegung, zur Kritik des Leninismus; es zeigt, was aus der Protestbewegung hätte werden können, wenn sie eine radikale Kritik der Politik entwickelt hätte.
“Für den Faschismus bleibt durchgängig konstitutiv, was für jede Form kapitalistisch organisierter Reproduktion der Gesamtgesellschaft gilt: daß die Erfordernisse der Kapitalverwertung – die gerade nicht unbedingt identisch sind mit der Summe der Einzelforderungen ‘der Kapitalisten’ – sich durchsetzen. Am Unvermögen, der Kapitalverwertung einen alternativen Weg zu bahnen, scheiterten denn auch die bürgerlich-parlamentarische Politik der Weimarer Endphase wie alle Versuche einer bürgerlichen Opposition gegen den Faschismus.”
In Parecon - Participatory Economics – entwirft Michael Albert nach nachkapitalistisches Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell. Hochgelobt und inzwischen in viele Sprachen übersetzt, beschreibt er ein komplexes, alle Lebensbereiche durchdringendes System jenseits der herrschenden Ökonomie von Ausbeutung und Privateigentum. Ziel ist eine lebendige Gesellschaft, vielfältig, solidarisch und selbstorganisiert.