Jörg Huffschmids Analyse von Finanzmärkten und Finanzkrisen entzaubert den Mythos ihrer Allmacht und zeigt, wo Ansatzpunkte für eine wirtschaftspolitische Beschränkung und Steuerung des Finanzkapitals gegeben sind.
Die Autoren lassen nach dem Sturm aus der Stadt vertriebene afroamerikanische Sozialmieter, Verantwortliche aus Bundesbehörden, Manager von Immobilienfirmen, Aktivisten und Bürgerrechtler sprechen. Sie erzählen, wie am Mississippi im Namen des ‘Wiederaufbaus’ ein brutales Verwertungs- und Vertreibungsprogramm durchgesetzt wird.
Noch vor wenigen Jahren wollten Viele an das „Ende der Geschichte“ und den Endsieg von Marktwirtschaft und liberaler Demokratie glauben. Aber das „Ende der Geschichte“ hat nicht lange gedauert. Die herrschende Unordnung sieht sich überall auf der Welt erneut in Frage gestellt. Allerdings: die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden äußert sich nur sehr diffus.
Hat der Kapitalismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen die ideologische Schlacht gewonnen, indem er vorgibt, Wirtschaftswachstum und sozialer Fortschritt seien die Früchte der Akkumulation von Kapital? Warum unaufhörlich die Börsenkurse wiederholen, direkt oder über alle Medien, statt der Zahl der zerstörten Hektar Waldfläche im Amazonasgebiet, der Zahl der unterernährten Kinder oder der Erdbewohner, die unterhalb der Armutsschwelle leben? Seit dem Fall der Berliner Mauer haben die Alternativen zum Kapitalismus die größten Schwierigkeiten, sich als glaubwürdige Gegenvorschläge zu behaupten und scheinen sich auf Protesterklärungen zu beschränken. Dennoch existieren als Teil der Marktwirtschaften (des Nordens und des Südens) Unternehmen und ganze Zweige von produktiven Tätigkeiten, die nach anderen Prinzipien geleitet werden, die eine lebendige Demokratie vorleben und Reichtum zum Nutzen der Allgemeinheit einsetzen.
So alt wie die Geschichte des Kapitalismus ist die Geschichte kritischer, sozialer Bewegungen: gewerkschaftliche und antikoloniale Kämpfe, parteikommunistischstaatskapitalistische Experimente, genossenschaftliche Wirtschaftsinitiativen, Nischen in Subkulturen sind hier zu nennen. Doch trotz spürbarer Erleichterungen hat uns langfristig die lebensfeindliche Dynamik der kapitalistischen Weltwirtschaft immer wieder eingeholt. Von dieser Dynamik lösen wir uns nur dann, wenn wir alternative Formen der Kooperation jenseits von Eigentum, Markt und Geld erfinden.
In Gespenst Subjekt geht es um die Bedingungen, unter denen emanzipatorisches kollektives Handeln überhaupt noch möglich erscheint. Dabei wird sowohl Phänomene eines allseits zu konstatierenden Konformismus und Essentialismus thematisieren, als auch nach Potenzialen und Spuren der Befreiung gefragt.
Die Finanzkrise hat der Diskussion um den Staat eine unerwartete Wendung gegeben. Im Neoliberalismus galt er als ineffizientes Auslaufmodell und auch weite Teile der globalisierungskritischen Bewegung diagnostizierten einen Souveränitätsverlust der Nationalstaaten zugunsten eines weltumspannenden Empires. Doch gerade die Krise des Finanzmarktes lässt den Staat in seiner Funktion als Verwalter von Krisen wieder erstarken. Dies bietet Anlass nach der Souveränität des Staates und »seiner« Subjekte – der Staatsmenschen – und der Gültigkeit kritischer Staatstheorien zu fragen.
Die Umwälzung und Abschaffung von Herrschaftsverhältnissen ist das zentrale Anliegen einer Politik der Emanzipation. Während das konservative Denken die Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche als naturgegeben bestimmt und der Liberalismus diese Spaltung aktiv betreibt, haben sozialrevolutionäre und sozialistische Bewegungen versucht, die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend zu verändern. Klassenkampf hieß das Losungswort, um die treibende Kraft der Geschichte zu benennen und der Analyse des Kapitalismus eine politische Perspektive zu geben.
Kann kritische Gesellschaftstheorie noch etwas mit den Begriffen Revolution und Geschichte anfangen, nachdem die Alternative Sozialismus oder Barbarei im Nationalsozialismus entschieden worden ist?
Kaum thematisiert wurde bisher die Bedeutung des Körpers für die Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. Exklusion und Marginalisierung als konstitutive Merkmale von Gesellschaft, so die Ausgangsthese des Sammelbandes Marginalisierte Körper, manifestieren sich jedoch stets auch körperlich