Können Arbeit und die auf ihr beruhenden sozialen Beziehungen noch eine Perspektive für gesellschaftlichen Fortschritt bieten, oder sind sie selbst in eine fundamentale Krise geraten?
Wie konnten sich geschlechtshierarchische Arbeitsteilungen durchsetzen, wie werden überhaupt Geschlechterrollen, also binäre Beziehungen zwischen ‚Männern' und ‚Frauen' konstruiert, weshalb werden sie konstruiert und warum braucht der Kapitalismus überhaupt Geschlechterverhältnisse, sowie welche Möglichkeiten gibt es, diese Verhältnisse zu dekonstruieren?
Angenommen, der räudige Schuft hat die Sache so geschickt eingefädelt, dass sein Erpressungsmanöver mit einer so vertrackten Situation zusammenfällt, dass die Proleten nicht imstande sind zu streiken. Was wird passieren? In Frankreich werden die Gepiesackten ordentlich murren, den Blutsauger verfluchen. Ein paar von ihnen – die Gewitztesten – werden Rabatz machen und die Brocken hinschmeißen. Aber der Rest wird sich in sein Schicksal fügen. In England geht es anders zu, Himmelarsch! Und zwar dank der Sabottage.
»Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus geredet wird – aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon gerne als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen nichts anderes als Betriebskriminalität. Die Statistiken von Ermittlungsbehörden und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften besagen, dass diese Form der Kriminalität in Österreich und Deutschland in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Speziellen nehmen Unterschlagungs- und Diebstahldelikte am Arbeitsplatz deutlich zu, aber auch Produktpiraterie und Industriespionage.
Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist entspannter und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen Aufbessern des Gehalts in prekären Arbeitsverhältnissen; vom Reiz der unwiderstehlichen Gelegenheit; vom Mitschneiden und Mitnaschen, weil es die anderen und ganz besonders »die da oben« auch tun; von der zwar nicht erlaubten, aber legitimen Eigeninitiative und der sozialen Rebellion; aber auch vom kindischen Unfug, sanften Verweigern, cleveren Austricksen, kreativen Schabernack – nur wenn von der Rache am Chef berichtet wird, kommt mitunter auch ein bitterer und ernsthafter Ton ins Spiel.
Bernhard Halmer und Peter A. Krobath haben sich in den letzten Jahren umgehört und zu Papier gebracht, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Naturgemäß konnten sie diese ganz anderen Erzählungen aus der Arbeitswelt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Doch ob wahr, geschönt oder eine urban legend – das Lexikon der Sabotage gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die psycho-soziale Befindlichkeit von Arbeitnehmern und freien Mitarbeitern: Vom Tankwart zur Ärztin, vom Polizisten zur Fitnesstrainerin, vom Meinungsforscher zum Schiffskoch, vom Taxifahrer zur Biologin, vom Journalisten zur Buchhalterin, vom Installateur zur Sexarbeiterin und vom Schlafwagenschaffner zur Flugbegleiterin kommen die unterschiedlichsten Berufe zu Wort.
Eine kollektive Untersuchung der Ausbeutungssituation in Call Centern offenbart ungeschminkte Innenansichten der Call Center Ideologie. Eine ausführliche "Arbeitsplatzbeschreibung" der nationalen und internationalen Mechanismen der Call Center und wie diese durch den Einsatz der dort lohnabhängig Beschäftigten möglich wurde (oder auch ist!), durch gezielte Sabotageakte den Call Centern den Kampf anzusagen und sich zur wehr zu setzen.
Es stellt sich die Frage, ob Arbeit noch länger als die Sinnerfüllung menschlichen Lebens angesehen werden kann. Wolfgang Kramer diskutiert deshalb die Alternative, Arbeit und (Grund-) Einkommen zu entkoppeln und den Lebensunterhalt unabhängig von der (Erwerbs-) Arbeit zu sichern.
Arbeit tötet die Leidenschaften (& Leidenschaft die Arbeit!) - Lafargues zornfunkelnde & witzsprühende Streitschrift gegen das knechtende "Recht auf Arbeit" ist ein wirksames Gegengift.
Das Recht auf Faulheit (Im Original: »Le droit à la paresse«) ist eine literarisches Werk von Paul Lafargue aus dem Jahre 1880 zur Widerlegung des »Rechts auf Arbeit« von 1848. Es handelt sich um die bekannteste Schrift Lafargues.