Insbesondere in seinem Beharren auf Kollektivierungen des beschlagnahmten Großgrundbesitzes unterschied sich Ricardo Flores Magon in seiner Radikalität deutlich von den gemäßigten Revolutionären Zapata und Villa.
Die lebensnahe ethnographische Betrachtungsweise des Verfassers ermöglicht Einblicke hinter die Fassade der Ideologie: Brüche und Widersprüche im zapatistischen Selbstverständnis werden sichtbar.
»Ich hatte meine Waffe auf Automatik gestellt. Deshalb kann man nicht sagen, wie viele man erschossen hat. Ich habe vielleicht 10 oder 15 von ihnen erschossen.« – »Männer, Frauen und Kinder?« – »Männer, Frauen und Kinder.« – »Und Babys?« – »Und Babys.« – »Sind Sie verheiratet?« – »Ja.« – »Kinder?« – »Zwei.« – »Wie alt?« – »Der Junge ist zweieinhalb, das Mädchen anderthalb.« – »Dann drängt sich doch die Frage auf, wie der Vater von zwei kleinen Kindern Babys erschießen kann.« – »Keine Ahnung. Es kommt halt vor.« – »Wie viele Menschen wurden an diesem Tag erschossen?« – »Ich schätze an die 370.«
"Die gruppe demontage legt [...] ein Buch vor, das sich detailliert mit Geschichte und Gegenwart der internationalen Solidarität auseinandersetzt. Ihr Versuch der Kategorisierung nationaler Befreiungsbewegungen [...] birgt die Möglichkeit, neue Perspektiven einer kritischen Solidarität zu entwickeln." Gottfried Oy, express
Lateinamerika lieferte im globalen Diskurskarussell um vierzig Jahre '68 zwar viele der Schlüsselbegriffe und Ikonen – ob Che Guevara oder Befreiungstheologie, Fidel Castro oder Stadtguerilla – als Schauplatz gesellschaftlicher Aufbrüche aber geriet der Kontinent nur selten in den Blick. Diese Leerstelle wird mit dem vorliegenden Band ausgeleuchtet. Denn '68 war auch für den »Kontinent der Befreiung« ein »Schlüsseljahr«, wie Carlos Fuentes schreibt, in dem alles gleichzeitig in Bewegung kam: die Revolten an den Universitäten von Mexiko-Stadt, Rio de Janeiro oder Montevideo, die Radikalisierung der Proteste und die Verschärfung der Repression, das kulturelle Aufbegehren im Alltag und in den Künsten
Auf den Kaffee-Plantagen von Großgrundbesitzern geht es wie einst zu. Wie zu Gründerzeiten schuften besitz- und rechtlose Landarbeiter unter einem despotischen Feudalismus - und wie damals gärt es unter der harten Knute der Kaziken.