Kriegsdienste verweigern - Pazifismus aktuell will zum Handeln gegen Kriegsursachen ermutigen. In der Kritik stehen Staat und Militär, die christlichen Kirchen und andere religiöse Formen. Die vorliegende Textsammlung präsentiert unterschiedliche libertäre und humanistische Friedens-Perspektiven.
»Ich hatte meine Waffe auf Automatik gestellt. Deshalb kann man nicht sagen, wie viele man erschossen hat. Ich habe vielleicht 10 oder 15 von ihnen erschossen.« – »Männer, Frauen und Kinder?« – »Männer, Frauen und Kinder.« – »Und Babys?« – »Und Babys.« – »Sind Sie verheiratet?« – »Ja.« – »Kinder?« – »Zwei.« – »Wie alt?« – »Der Junge ist zweieinhalb, das Mädchen anderthalb.« – »Dann drängt sich doch die Frage auf, wie der Vater von zwei kleinen Kindern Babys erschießen kann.« – »Keine Ahnung. Es kommt halt vor.« – »Wie viele Menschen wurden an diesem Tag erschossen?« – »Ich schätze an die 370.«
Angesichts der Notwendigkeit die Welt zu verändern, sind es nicht zuletzt ihre Kriege, die uns dazu zwingen, die Wege der Veränderung radikal neu zu denken. Die traditionellen Kategorien, mit denen auch die Linke Kriege betrachtete, scheinen nicht mehr die Auflösungen der Grenzen zwischen außen und innen, die Grauzonen zwischen Kombattanten und Zivilisten, Krieg, Revolution und Bürgerkrieg, zwischen Ausnahme- und Normalzustand erfassen zu können. Deutet Benjamins Bild, dass die Revolution nicht mehr die Lokomotive, sondern die Notbremse der Geschichte ist, darauf hin, dass die Linke unserer Zeit keine revolutionären Kriege mehr beginnen, sondern nur Verteidigungskriege führen kann?
Die beiden vorliegenden Texte „Intellektuelle Brandstifter: ‚Neue Kriege’ als Wegbereiter des Euro-Imperialismus“ und „Die neuen Kriege – einige Anmerkungen zu Kriegslegitimationen des 21. Jahrhunderts“ versuchen eine Kritik der wissenschaftlichen Denkbarmachung des Krieges zu formulieren.
Liam Mahony und Luis Enrique Eguren, die selbst als Freiwillige mit PBI in Lateinamerika und Südostasien in den 80er und 90er Jahren tätig waren, stellen in ihrem Buch die erfolgreiche Umsetzung der internationalen Begleitung als Schutz für bedrohte MenschenrechtsverteidigerInnen vor.
Wehrmachtsdeserteure waren in Deutschland und Österreich jahrzehntelang kein Thema. Ihre Weigerung, in Hitlers Vernichtungsfeldzug mitzumarschieren, blieb in der deutschen und österreichischen Nachkriegsgesellschaft unbedankt und stand außerhalb der erinnerungspolitischen Wahrnehmung. So genannte Fahnenflüchtige waren vielmehr mit Vorwürfen konfrontiert, sie hätten »Kameraden und Vaterland verraten«.