Der Band umfasst eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags. Thematisiert wird die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und dessen gegenwärtige Wiederbelebung im Islamismus.
Nietzsche-Anhängern gilt der große Philosoph und Denker als ein zeitlebens konsequenter Gegner des Antisemitismus. Doch seine Biographie ist keineswegs von derartiger Geradlinigkeit geprägt.
Die DDR stellte sich stets als "wahre Heimstatt" für Juden dar, doch die Wirklichkeit sah ganz anders aus: Bereits wenige Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus führten Anfeindungen und Repressalien zu einer Massenflucht jüdischer Bürger. Ihre Gemeinden verloren 1953 ein Viertel ihrer Mitglieder.
Gustav Mahlers Werk ist scheinbar durchgesetzt. Die Konflikte aber, die es hervorgerufen hat, sind in Vergessenheit geraten. Dabei ist die Rezeption dieser Musik in Österreich seit 1918 ein hervorragendes Beispiel für die antisemitische Abwehr der Moderne. Jemand, der Mahlers Musik nicht mag, muss kein Antisemit sein, und ein Freund der Moderne ist nicht unbedingt ein Freund von Mahlers Musik. Es kommt eben darauf an, wie im einzelnen gegen Mahler argumentiert wird.
Dabei handelt es sich nicht allein um ein Problem der Jahre 1933 bzw. 1938 bis 1945, sondern um eine Grundkonstellation des Jahrhunderts, mag sich die Ranküne nach 1945 auch maskiert haben; denn Antisemitismus ist nach den Begriffen dieser Studie kein bloßes Vorurteil, sondern so etwas wie ein national integrierendes Moment im Kultur- und Musikverständnis. Inwieweit die ›Musikstadt‹ Wien dabei – wie schon zu Mahlers Lebzeiten (1860–1911) – zur unrühmlichsten Avantgarde zählt, auch darüber soll das Buch Auskunft geben.
Das weibliche Selbstverständnis speist sich heute aus anderen Quellen als noch vor 30 Jahren. Eine wachsende Zahl an Frauen gewinnt aus der Identifikation mit der Natur einen wesentlichen Teil ihrer Identität. Durch die Renaissance der Hexen (Wicca) verbreitet sich der Glaube an Karma und Reinkarnation. Erklärte Feministinnen bringen mit einem vermeintlich historischen Matriarchat paradiesische Zustände in Verbindung. Für die Unterdrückung der Frau wird, ebenso wie für Naturzerstörung und Krieg, der Übergang zum Patriarchat verantwortlich gemacht, der zeitlich mit der Herausbildung des Judentums zusammenfalle.
In der Historik und für die Linke gilt, dass die KPD keine antisemitische Partei gewesen ist. Das ist richtig, und stimmt dennoch nicht, denn angesichts des Siegeszuges der Nationalsozialisten setzte die KPD-Führung auf die ideologische Rückgewinnung der nationalisierten Massen und entschied sich somit eindeutig für die Verfolger und nicht für die Verfolgten.
Antisemitismus ist eine der verruchtesten Formen moderner Ideologien. Diese Behauptung bedarf heutzutage keines Nachweises mehr, zu katastrophal waren seine Auswirkungen, als dass sie in Abrede gestellt werden könnte. Die Ächtung von Antisemitismus ist ohne jeden Zweifel eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Problematisch und kontraproduktiv wird es dort, wo ein vermeintlich kritischer Diskurs in herrschaftliches Bekenntnis umschlägt, wo Anti-Antisemitismus politisch missbraucht wird, wo sich eine vermeintlich kritisch auftretende Rezeption als ideologisch entpuppt.