Der türkische Soziologe Taner Akcam stellt diesen kaum bekannten Vorläufer der Nürnberger Prozesse in den Zusammenhang des Niedergangs des Osmanischen Reiches und des Aufstiegs der jungtürkischen Bewegung mit ihrem Bestreben, einen homogenen türkischen Nationalstaat zu gründen. Er analysiert zugleich die spezifischen historischen und politisch-ideologischen Hintergründe, die zum Genozid an den Armeniern führten, und zeigt, wie die Westmächte, ungeachtet ihres juristischen Engagements, die Aufteilung des Osmanischen Reiches betrieben.
Sie ist eine der Heroinnen der afroamerikanischen Geschichte und eine der bekanntesten Frauen ihrer Zeit. Schul- und Jugendbücher berichten von ihren Taten, bereits im Jahre 1869 wurde eine erste Biographie geschrieben, die noch auf Gesprächen beruhte. Amerikanische Biographen und Biographinnen vergleichen sie mit Jeanne d`Arc und Florence Nightingale. Ihre Anhänger/INNEN und Freunde– mehr als 300 befreite Sklaven, die sie als „Conductor“ auf der „Underground Railroad“ – geheimen Wegen - in den sicheren Norden und nach Kanada brachte, nannten sie Moses oder, in Anspielung auf ihre Arbeit als Kundschafterin und Spionin im Bürgerkrieg, General Tubman. Sie hatte bei ihren gefährlichen Unternehmungen stets eine Pistole bei sich. Machte einer ihrer Schützlinge schlapp oder wollte wieder umkehren, hielt sie ihm die Pistole an den Kopf: „Go or die!“ (Geh oder stirb!), erklärte sie. Sie war entschlossen, jeden „Passagier“ ins „Land der Freiheit“ zu bringen, auch dann, wenn er selbst den Mut verlor.
Vorwärts und viel vergessen versteht sich als Eingriff in die Debatte zur Geschichte und Geschichtsschreibung neuer sozialen Bewegungen. Die Texte in diesem Buch machen die Bedeutung der Geschichte der neuen sozialen Bewegungen und darin insbesondere der radikalen, undogmatischen Linken, ihrer Debatten, Zielsetzungen, Erfolge und Misserfolge für heutiges politisches Handeln kenntlich.
Ihre Eltern heirateten in einem Gefängnis auf dem Weg in die Verbannung nach Sibirien, mit zehn Gefangenen als Trauzeugen. Als aktive Revolutionäre brachten sie ihre vier Kinder bei Freunden und Genossen unter, wenn sie in Sachen Agitation und Propaganda unterwegs waren...
Justin Akers Chacón und Mike Davis analysieren in dieser gemeinsamen Arbeit die Geschichte der Einwanderung in die USA vom Eisenbahnstreik chinesischer Arbeiter im Jahr 1877 über die Aktivitäten der militanten Industrial Workers of the World (IWW) im frühen 20. Jahrhundert bis zu den Streiks und Aktionen im Rahmen der „Justice for Janitors“-Kampagnen der lateinamerikanischen MigrantInnen des Jahres 2006.
Rück (1859-1959) hat die Ereignisse der Revolution von 1918/19 als Revolutionär und kurzzeitiger Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Stuttgart miterlebt und mitgestaltet. In seinen Aufzeichnungen analysiert er die Entwicklung von Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie in Deutschland während des Kaiserreiches und schildert die Zuspitzung der Konflikte bis zum Ausbruch der Novemberrevolution.
Die 35 Portraits dieses Bandes - von Karl Kautsky bis zu den Persönlichkeiten, die wie Bruno Kreisky in den 70er und 80er Jahren ganz wesentlich die Innen- und Außenpolitik Europas mitgestalteten - zeigen die Vielfalt der persönlichen Lebenswege in einem Jahrhundert, das von Hoffnungen ebenso geprägt wurde wie von den Schrecken des Faschismus, des Nationalsozialismus und des Stalinismus.
1968, das sind die fröhlichen Provokationen der KommunardInnen und die 10 Millionen im französischen Generalstreik, das ist der Krieg in Vietnam und die Absage an überkommene Rollenmuster. 1968, das ist das lustvolle Zähnefletschen des Gespenstes der Freiheit, der nachhaltige Schrecken für jede Art von Autorität und Bürokraten.
Die politischen und sozialen Protestbewegungen der „68er“ entstanden weltweit lange vor dem Jahr 1968 und ebbten erst Ende der 1970er Jahre ab. Sie waren ein internationales Phänomen und reichten von den antikolonialen Befreiungsbewegungen der drei Kontinente über die Sozialbewegungen der Schwellenländer bis in die Metropolen des kapitalistischen Weltsystems. Das Jahr 1968 war zudem auch für die Länder des Staatssozialismus folgenreich.