Der türkische Soziologe Taner Akcam stellt diesen kaum bekannten Vorläufer der Nürnberger Prozesse in den Zusammenhang des Niedergangs des Osmanischen Reiches und des Aufstiegs der jungtürkischen Bewegung mit ihrem Bestreben, einen homogenen türkischen Nationalstaat zu gründen. Er analysiert zugleich die spezifischen historischen und politisch-ideologischen Hintergründe, die zum Genozid an den Armeniern führten, und zeigt, wie die Westmächte, ungeachtet ihres juristischen Engagements, die Aufteilung des Osmanischen Reiches betrieben.
Mit den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Einigungsparteitages von Hainburg beginnend, setzt sich Rudolf Ardelt mit dem Wandel der österreichischen Sozialdemokratie von einer außerparlamentarischen Bürgerrechtsbewegung zu einer parlamentarisch orientierten Partei auseinander.
Vorwärts und viel vergessen versteht sich als Eingriff in die Debatte zur Geschichte und Geschichtsschreibung neuer sozialen Bewegungen. Die Texte in diesem Buch machen die Bedeutung der Geschichte der neuen sozialen Bewegungen und darin insbesondere der radikalen, undogmatischen Linken, ihrer Debatten, Zielsetzungen, Erfolge und Misserfolge für heutiges politisches Handeln kenntlich.
Ihre Eltern heirateten in einem Gefängnis auf dem Weg in die Verbannung nach Sibirien, mit zehn Gefangenen als Trauzeugen. Als aktive Revolutionäre brachten sie ihre vier Kinder bei Freunden und Genossen unter, wenn sie in Sachen Agitation und Propaganda unterwegs waren...
Justin Akers Chacón und Mike Davis analysieren in dieser gemeinsamen Arbeit die Geschichte der Einwanderung in die USA vom Eisenbahnstreik chinesischer Arbeiter im Jahr 1877 über die Aktivitäten der militanten Industrial Workers of the World (IWW) im frühen 20. Jahrhundert bis zu den Streiks und Aktionen im Rahmen der „Justice for Janitors“-Kampagnen der lateinamerikanischen MigrantInnen des Jahres 2006.
Rück (1859-1959) hat die Ereignisse der Revolution von 1918/19 als Revolutionär und kurzzeitiger Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Stuttgart miterlebt und mitgestaltet. In seinen Aufzeichnungen analysiert er die Entwicklung von Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie in Deutschland während des Kaiserreiches und schildert die Zuspitzung der Konflikte bis zum Ausbruch der Novemberrevolution.
Die 35 Portraits dieses Bandes - von Karl Kautsky bis zu den Persönlichkeiten, die wie Bruno Kreisky in den 70er und 80er Jahren ganz wesentlich die Innen- und Außenpolitik Europas mitgestalteten - zeigen die Vielfalt der persönlichen Lebenswege in einem Jahrhundert, das von Hoffnungen ebenso geprägt wurde wie von den Schrecken des Faschismus, des Nationalsozialismus und des Stalinismus.
1968, das sind die fröhlichen Provokationen der KommunardInnen und die 10 Millionen im französischen Generalstreik, das ist der Krieg in Vietnam und die Absage an überkommene Rollenmuster. 1968, das ist das lustvolle Zähnefletschen des Gespenstes der Freiheit, der nachhaltige Schrecken für jede Art von Autorität und Bürokraten.
Aus dem Inhalt: Mai 68 »Zeit der Kirschen«; Maurice Brinton: Paris Mai 1968. Ein Tagebuch; Heribert Becker: Die Pariser Surrealisten und der Mai 1968; Surrealistengruppe: Flugblätter und Artikel; Andreas Löhrer: Che Guevara. Jenseits der Pop-Ikone; Helmut Reinicke: Die Globalisierung; Texte der surrealistischen Bewegung etc.