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Weikert, Aurelia: Genormtes Leben
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Bevölkerungspolitik und Eugenik
Künstliche Fortpflanzungstechnologien als geburtenfördernde, Verhütungsmethoden als geburtensenkende Maßnahmen - was im ersten Moment als Widerspruch erscheint, läßt sich bei genauerem Hinsehen durchaus vereinbaren. Bevölkerungspolitik als Politik zur Verhinderung oder zur Förderung von Geburten hat seit je eine "qualitative" Geschichte - gleichgültig, ob mehr oder weniger Menschen erwünscht sind. Eugenik, dieses zu Unrecht auf die Zeit des Nationalsozialismus beschränkte Wort, bildet die Verbindungsnaht zwischen pro- und antinataler Fortpflanzungspolitik. Der Faden dieser Naht beginnt lange vor dem "Tausendjährigen Reich" und ist noch nicht zu Ende. Die neuen Fortpflanzungstechnologien werden vom Grundsatz unserer Wirtschaft, dem Kosten-Nutzen-Prinzip, begleitet. Die Realisierung dieses Grundsatzes (vorgeburtliche Diagnostikmethoden, Todesdefinition für die Transplantationsmedizin, Sterbehilfediskussion etc.) findet längst statt.
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