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Brett.Pit - Zustände sind das
Art.Nr.:1619
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Brett.Pit - Zustände sind das

Peter Pit Tirpitz, Jahrgang 1972, Tischler eigentlich. Sänger seit früher Kindheit - anfänglich mit Zahnputzbecher und Lindenberg-Kassetten vor dem Flurspiegel, später mit Gitarre vom Regenbogenland singend, irgendwann in der RAK (Rotzfreche AsphaltKultur) gelandet mit weniger Regenbogen, dafür erste Lieder vom richtigen Leben. Es folgte ein vier Jahre andauernder Ausflug in Bandgefilde als Sänger der Dresdner Gruppe Gloria Brenda. Nach längerer Resignationsphase endgültiges Bekenntnis zur Liedermacherei mit Hang zu verschalkter Melancholie. 2004 der Gedanke: Man müsste Klavier spielen können. Seit dem auf der Suche nach den richtigen Tasten. Zuletzt entstandenes Lied: Alte Liebe aus'm Sommer 2005. Ca. alle zwei Jahre ein Auftritt - selbstorganisiert. Bis 29. Juni 2006 nie einen Tonträger rausgebracht. Jetzt aber!

Zum Schluß noch zwei Empfehlungen: Zum ersten das Buch Antifolk von Martin Büsser (Ventil-Verlag), in dem ich gerade erstaunliche Parallelen zur Machart meiner Lieder entdecke (huch). Zum zweiten: Steck' Dir hin und wieder einen Apfel ein und werf ihn unterwegs irgendjemandem zu. Ergibt mitunter einen prima Effekt.

Größtenteils Lieder über die Liebe. Mit einfachen Mitteln, nüchtern aus dem Augenwinkel, eher inbrünstig gesungen als virtuos gespielt. Es ist der Versuch einer Liebeserklärung bei der man sich verhaspelt und kurz vor dem Scheitern doch geküßt wird. Ollalla!
  1. Tischlerbeige (oder Ein trauriger Morgen aus dem Leben eines Tischlers)
  2. Eine Hamburger Windstille
  3. Kein Liebeslied
  4. Liebestrunken
  5. Ne, will ich nich'
  6. Rote Grütze
  7. Kneipenzweifel
  8. Weltschmerz
  9. Pause machen
  10. Regentropfen
  11. Eselsbrücke
  12. Gehen lassen
  13. Gelegenheitsdiebe
  14. Alte Liebe

Yok (Quetschenpaua) über Brett.Pit:

Eigentlich war und ist Pit für mich immer ein Mann um die Mitte 20 gewesen, der hier und da mit seiner Gitarre am Rande von Revolte Springen oder der RAK (Rotzfreche Asphaltkultur) aufkreuzt, ein bis zwei überraschende Songs mitbringt, die er in der Regel NICHT von vorne bis hinten fehlerfrei durchspielen kann. Nun hat Pit am 29.6. 2006 seine erste (und bisher einzige) CD mit einem Konzert im Dresdener Proyekttheater vorgestellt. Ich war gespannt. Punktgenau hatte er alles geplant (!) und kam 2 Stunden vorm Auftritt mit den Einlegern und den Inlaycards aus dem Copyshop in seine Wohnung geschlappt und wir bastelten zu viert die Tonträger (die er natürlich auch erst am gleichen Tag per UPS geliefert bekam) amtlich zusammen. Zum Üben der Musikstücke sei er leider auch nicht mehr wirklich gekommen, aber das wird schon werden. Scheiß auf künstlerische Glattheit, wir sind ya nicht umsonst (bei) "ab-dafür-records" !!

Um 20 Uhr 30 ging es los und ich musste erstmal feststellen, dass da neben der Gitarre ein Klavier auf der Bühne steht und dass Pit mittlerweile auch Mitte 30 ist. Eigentlich weiß ich das, denn wir sind befreundet seit wir uns 1989 kurz nach Mauerfall in der damals noch besetzten Marchstraße in Berlin kennenlernten, aber so ist das mit den Bildern im eigenen Kopf, die bleiben und entstehen, wenn die Menschen keinen gemeinsamen Alltag pflegen, weil sie eben in verschiedenen Städten wohnen...