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Kellmann, Klaus: Der Staat läßt morden
Art.Nr.:ANT71
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Kellmann, Klaus: Der Staat läßt morden

Politik und Terrorismus - heimliche Verbündete

Im Mai 1978 wird in der Via Caetini, mitten in Rom, die Leiche Aldo Moros gefunden. Ist der langjährige italienische Ministerpräsident tatsächlich alleine von den Roten Brigaden ermodet worden?

"Die im Zeichen des Eurokommunismus stehende und von Moro angestrebte Machtbeteiligung der Kommunisten habe unter allen Umständen verhindert werden müssen: Die Washingtoner Politik exekutierte eine Art "umgekehrter Breschnewdoktrin". "Die Entfernung Aldo Moros aus dem politischen Leben und sein gewaltsamer Tod sind deshalb nicht nur ein ,einfacher' Mord . . . Sie sind . . . weltpolitisch folgenreicher als die Schüsse auf John F. Kennedy. Sie sind das negative politische Lehrstück und der Sündenfall des Westens im Kalten Krieg."

Diese in der Literatur der italienischen Geschichte (und nicht nur dort) verbreitete These wird vom Kellmann mit Geschick und Verve vorgetragen. Der in zehn Kapiteln klug komponierte Text liest sich flüssig, suggestiv und hat romanhafte Züge. Es handelt sich um einen auf eine zentrale These hin komponierten Text, der alles beiseite lässt, was dieser Deutung widersprechen könnte, um ein Lehrstück mit zynischen Schurken (Andreotti, Gelli), Komparsen und einem christusähnlichen, leidenden, heroischen Opfer (Moro). Auf Deutsch existieren schon etliche Darstellungen des gleichen Typs, etwa die Beiträge von Raith, Igel, Oschwald und andere. Der historischen Wahrheit ist damit wenig gedient." Jens Petersen, FAZ

Buch, 254 Seiten