Der Anarcho-Poet Ralf Burnicki war auf vielen Bühnen zu Gast, er las am Grab von Erich Mühsam, in der Volksbühne Berlin, auf etlichen Literaturtagen und libertären Veranstaltungen. Nie aber war sein Aufruf zur Anarchie eindringlicher als in diesem Band - ein poetischer Aufruf, der von Grafiken des (hierzulande wohl bekanntesten) anarchistischen Zeichners Findus vehement unterstrichen wird.
Autor*innen: Ralf Burnicki; Fidus
Er scheint unheilbar, Europas Wahnsinn. Was gibt uns das Recht, von dem Fortschritt einer Menschheit zu faseln, die ihre erbärmlichsten Instinkte mit Enthusiasmus zur Schau trägt? Die so verbrecherisch ist, das Morden auf Kommando als Pflicht der „nationalen Ehre” auszuschreien. Die als Mut bejauchzt, was fanatische Unwissenheit ist? Was gibt uns das Recht, einem Zeitalter Kultur zuzugestehen, das vor Gespenstern aus grauer Vorzeit auf den Knien liegt? (Franz Pfemfert in „Europas Wahnsinn” vom 26.02.1912)
Autor*innen: Franz Pfemfert; Wolfgang Haug (Hg.)
Autor*innen: Abel Paz
Der 2. Band von Rudolf Rockers Autobiographie der hier erstmals komplett in deutsch (komplette Veröffentlichungen gibt es nur in spanisch und jiddisch aus den 1950er und 1960er Jahren) vorliegt, umfasst die Jahre von 1895 bis 1918, die Rocker hauptsächlich in England verbrachte. Großen Raum nimmt sein Wirken innerhalb der jüdischen anarchistischen Bewegung ein. Rocker beschränkt sich in seinen Memoiren nicht nur auf die Schilderung seines eigenen Handelns, sondern lässt auch anderen Akteuren Raum und gibt damit einen interessanten Einblick in die Geschichte der freiheitlichen Arbeiterbewegung im genannten Zeitraum. Der Band endet mit seiner Repatriierung nach Holland im Frühjahr 1918 nach mehrjähriger Internierung als feindlicher Ausländer.
Autor*innen: Rudolf Rocker
Autor*innen: Gord Hill
Wolfram Beyer berichtet über die IDK-Geschichte und benennt politikkritische Aspekte im Beitrag über Ossip K. Flechtheim. Theodor Ebert schreibt über Training für Gewaltfreie Aktion. Hans Jürgen Degen informiert über Theodor Michaltscheff, libertärer Pionier der Gewaltlosigkeit und Gründungsmitglied der IDK. Wolf Jung erinnert an Heinz Seidel, Republikaner ohne Machtstreben und persönliche Vorteile. Bernd Drücke und Wolfram Beyer erinnern an Wolfgang Zucht, humanistischer Pazifist und Anarchist der „Graswurzelrevolution“. Udo Grönheit (Rechtsanwalt) wirft einen juristischen Rückblick auf die Kriegsdienstverweigerung und benennt anwaltliche Aufgaben heute. Rolf Gössner kritisiert aktuell die zur “Sicherheitspolitik” erklärte staatlichen Aufrüstungs-, Abwehr- und Kriegsreflexe auf Terroranschläge und Fluchtbewegungen.
Autor*innen: Wolfram Beyer (Hg.)
Autor*innen: Gustav Landauer
Autor*innen: Alfons Paquet
"Der Kapitalismus ist die erste Gesellschaftsordnung, die eine Ideologie hervorbringt, mittels derer sie sich selbst bescheinigt, 'rational' zu sein. Andere Arten gesellschaftlicher Institution beruhten auf einer mythischen, religiösen oder traditionellen Legitimation. Im vorliegenden Fall wird behauptet, es gebe eine 'rationale' Legitimation. Tatsächlich wurde dieses Kriterium, rational zu sein (...), vom Kapitalismus selbst erst instituiert; und dabei entsteht der Eindruck, als würde die Tatsache, erst vor kurzem instituiert worden zu sein, ihn nicht etwa relativieren, sondern vielmehr unangreifbar machen." (Cornelius Castoriadis)
Autor*innen: Cornelius Castoriadis
Autor*innen: Hans Jürgen Degen
Autor*innen: Jürgen Mümken
Autor*innen: Michaela Kilian