Autor*innen: Emmanuel Moynot
Primo Levis Biographie als berührende Graphic Novel zählt nicht nur zu den zugänglichsten Werken über die Deportation und Ermordung der Juden in Auschwitz, sondern gewinnt durch die zurückgenommene Erzählweise in Kombination mit den präzisen, unaufdringlichen Zeichnungen den Rang von Weltliteratur.
Autor*innen: Matteo Mastragostino; Alessandro Ranghiasci
Lange Märsche, Parteigründungen, auf den Boden des Grundgesetzes fest gedübelt und geschraubte Protestbewegungen, Wutbürger – immer wieder als witzige Tigerchen kreativ gestartete und als Bettvorleger gelandete, naja, Bettvorleger halt. Ein ausgeleierter Ringelpietz von untertänigsten Reformanliegen, ein an furchtbar phantasievollen Nachmittagen auf dem Bauch kriechendes mit-regieren-wollen mit einem Kiefer voller Milchzähne. Erkenntnisgewinn: Null. Oder vielleicht noch die Auffrischung der nun wirklich steinalten Erkenntnis, dass Kapitalismus und all’ der daraus entstehende Terror sich so allerhöchstens kosmetisch behandeln lässt. Also das alte Beil geschultert und humorlos ran an die Wurzel.
Autor*innen: Ale Dumbsky
Aufgewachsen ist die Schauspielerin und Schriftstellerin Elisabeth «Lili» Grün in der k.u.k. Monarchie. Als Kind «kleiner Leute» wurde sie in den Jugendorganisationen der Sozialdemokratie politisiert und entdeckte bald ihre Liebe zum Theater. Sie wurde Schauspielerin, erst in Wien und dann in Berlin, wo sie einige Erfolge feiern durfte. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise war sie aber bald gezwungen, nach Wien zurückzukehren. Hier bestritt Lili Grün ihren Lebensunterhalt mit dem Verfassen von Gedichten und Kurzgeschichten. Nach Jahren in Armut und Terror wurde sie im Mai 1942 aus Wien deportiert und in Maly Trostinec ermordet.
Autor*innen: Thomas Fatzinek
1968 versuchte Valerie Solanas Andy Warhol zu ermorden. Obwohl ihre Tat von Hass und Verblendung getrieben war, lag ihr Hauptmotiv darin, Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie wollte berühmt werden, um ihrer Stimme und der aller Frauen Gehör zu verschaffen, um endlich das verachtenswerte und schändliche Patriarchat zu zerschlagen – aber auch um ihr radikales feministisches Manifest zu verbreiten: das SCUM Manifesto.
Autor*innen: Rojzman Théa, Muñoz Bernardo
In dieser Graphic Novel verfolgen wir den Kampf der beiden Brüder Mazlum und Asmail um die Rettung ihrer Familie, während sie mit tausenden anderen Jesiden auf den Berg Shingal fliehen, um dem IS zu entkommen. Die Soldaten, die sie beschützen sollten, haben das Gebiet bereits verlassen, ihre Nachbarn haben sich gegen sie gewandt. Der Berg mit seinen steilen Hängen ist vielleicht ihre einzige Rettung. Schließlich harren mehr als 50.000 Menschen in der Sommerhitze aus, ohne Wasser oder auch nur Schatten.
Autor*innen: Tore Rørbæk; Mikkel Sommer
Autor*innen: Augustin Comotto
Die Gruppe rund um die Zeitschrift Socialisme ou Barbarie leistete jahrzehntelange kontinuierliche Kritik am Bestehenden und bereitete so die Aufstände in Paris im Mai 1968 vor. Im angespannten Klima des Kalten Krieges zwischen den Apologeten des westlichen Kapitalismus und den Anhängern des Stalinismus entwickelte die linkslibertäre Gruppe um Cornelius Castoriadis und Claude Lefort ihre undogmatischen marxistischen Positionen weiter zur radikalen Kritik am Marxismus selbst. In revolutionärer Absicht knüpfte sie an rätedemokratische Traditionen an und entdeckte das kreative Potential und die Selbsttätigkeit der Menschen als wichtigste Quelle der angestrebten Emanzipationsprozesse zu einer selbstbestimmten Gesellschaft.
Autor*innen: Marcel van der Linden
Tagebuch der Hölle erzählt in autobiographischen Zügen die Geschichte der Komintern (1919–1943), der sowjetisch dominierten Nachfolgeorganisation der 1. Internationale und gehört zu den grossartigsten Schriften einer verlorenen Generation europäischer Revolutionäre. Jan Valtin interessiert sich schon in jungen Jahren für Politik und nimmt 1923 aktiv am Hamburger Aufstand teil. Danach reist er als agitierender Seemann auf den Weltmeeren und unterzieht sich 1925 einer Kaderschulung in Leningrad. Als Agent der Komintern koordiniert er weltweit Gewerkschaften der Matrosen und Seemänner. In den damaligen Zeiten vor der Erfindung des Luftverkehrs und des Internets ein Schlüsselfaktor zum Transport von Nachrichten, Propaganda, Waffen und Personen. Er übernimmt Aufträge zur Disziplinierung abtrünniger Parteigruppen und anderer Feinde der Sowjetunion und sitzt in der USA drei Jahre wegen Mordversuch im Gefängnis. Als er Anfangs der 1930er Jahre nach Deutschland zurückkehrt geht der Wirbel aber erst richtig los...
Autor*innen: Jan Valtin
Das Standardwerk für jeden politisch engagierten Menschen, im Original aus dem Jahr 1937, in einer von Giovanni Lussu autorisierten Neuauflage. Kapitelweise Einführung in die Facetten des Strassenkampfes: Parolen, Barrikaden, die Masse, die Bauern, die Kleinbürger, die Avantgarde, Planung und Aktion etc. Mit einer umfassenden Analyse und Kritik aller relevanten Aufstände von der Jahrhundertwende bis hin zum österreichischen Schutzbund-Aufstand 1934. Vom Tyrannenmord bis hin zum Komplott, von Blanqui bis Lenin: Lussu nennt die Dinge beim Namen und die revolutionäre Spannung brennt schon beim Lesen unter den Fingernägeln!
Autor*innen: Emilio Lussu
Sie brechen das Gesetz. Sie schlafen mit dem Feind. Sie schwängern politisch aktive Frauen, damit sie in der Bewegung glaubwürdiger wirken. Dieses Buch der beiden Guardian-Journalisten Rob Evans und Paul Lewis erzählt die Geschichte des Undercover-Einsatzes von verdeckten Ermittlern gegen Protestbewegungen der letzten 40 Jahre in Grossbritannien und dokumentiert ihre skrupellosen Vorgangsweisen, Methoden und Techniken.
Autor*innen: Rob Evans; Paul Lewis
In den nächsten Jahrzehnten begegnete Messing vielen weiteren Fällen von Beschäftigten auf der ganzen Welt – Fabrikarbeitern, Reinigungskräften, Kassenpersonal, Bankkassiererinnen, Kellnerinnen, Krankenschwestern, Lehrern – die Leiden und Schmerzen hatten, ohne jegliche Hilfe von genau den Wissenschaftlern und Arbeitsmedizinerinnen zu erhalten, deren Arbeit ihnen das Leben erleichtern sollte. Messing argumentiert, dass die wissenschaftliche Praxis die Erkenntnis darüber erschwert, was die Belegschaften wirklich krank macht, und sie erzählt die Geschichte, wie sie aufhörte Reagenzgläser zu betrachten, um lieber direkt auf die ArbeiterInnen zu hören.
Autor*innen: Karen Messing