Mit ihren Vorstellungen von einer »neuen Moral« und »freier Liebe« war Alexandra Kollontai (1872–1952) ihrer Zeit voraus. Sie selbst bezeichnete sich als sexuell emanzipierte Kommunistin, die das Schicksal von Frauen zum Sozialismus geführt habe. Alexandra Kollontai kämpfte in der Russischen Oktoberrevolution und wurde 1917 Volkskommissarin für soziale Fürsorge. Weltweit war sie die erste Frau im diplomatischen Dienst, als sie 1922 die junge Sowjetunion im Ausland vertrat.
Autor*innen: Katharina Volk
»Alles muss man selber machen« ist ein Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten.
Autor*innen: Christopher Wimmer
Der vorliegende Band beschreibt und analysiert zum einen die Rolle, die die anarchistische Bewegung in Russland im Kontext der Russischen Revolution spielte; zum anderen, in welcher Weise anarchistische Bewegungen in den verschiedensten Ländern (u. a. in Italien, der Schweiz, in Frankreich und Deutschland) auf die Russische Revolution reagierten und welche Diskussionen und Auseinandersetzungen sich in den unmittelbaren Folgejahren ergaben. Damit eröffnet der Band nicht nur einen neuen Blick auf die Russische Revolution, sondern auch auf den historischen Kontext ihrer Rezeption außerhalb Russlands wie auf die internationale anarchistische Bewegung jener Zeit.
Autor*innen: Phillipe Kellermann (Hg.)
Autor*innen: Rosa Luxemburg
Autor*innen: Philipp Dorestal und Cigdem Inan (Hg.)
Frantz Fanon (1925–1961) hat mit seinem Buch »Die Verdammten dieser Erde« 1961 einen Klassiker der radikalen politischen Theorie geschrieben, der von Befreiungsbewegungen aus dem globalen Süden ebenso wie von der Studierendenbewegung in den westlichen Metropolen als »Bibel der Dekolonisierung« begeistert aufgenommen wurde. Denker:innen aus dem Umfeld der postkolonialen Theorie konzentrierten sich hingegen auf den »frühen Fanon« und lasen dessen Erstlingswerk »Schwarze Haut, weiße Masken« (1952) als innovative Theorie des Rassismus, vernachlässigten darüber aber den »aktivistischen« Fanon. Philipp Dorestal rekonstruiert Fanons Gedankengebäude und zeigt dessen inneren Zusammenhang unter Rückgriff auf bisher auf Deutsch noch nicht vorliegende Schriften zu Psychiatrie und Politik auf.
Autor*innen: Philipp Dorestal
In Deutschland wird von Antidiskriminierungsstellen bis zur radikalen Linken ein liberaler Rassismusbegriff vertreten, der vor allem auf Repräsentation, Inklusion und Diversität setzt. Wie Klasse und Rasse zusammenhängen, wird aktuell so gut wie nicht diskutiert. Dabei gibt es durchaus eine kritisch-marxistische Tradition der Rassismusforschung. Der Band will diesen Fundus heben.
Autor*innen: Eleonora Roldán Mendívil und Bafta Sarbo (Hg.)
Lange Zeit für besiegt gehalten, ist die Inflation 2021 mit ganzer Macht zurückgekehrt – zur Überraschung auch der allermeisten Ökonomen, die so ein weiteres Mal ihre Inkompetenz unter Beweis gestellt haben. Jetzt müssen wahlweise die laxe Geldpolitik von Zentralbanken und Regierungen oder Sonderfaktoren wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine herhalten für das Debakel. Zur Abhilfe verordnen die politisch Verantwortlichen unverdrossen die gewohnte Kur: Die Zentralbanken erhöhen die Leitzinsen und drohen so eine ohnehin schon wackelige Konjunktur vollends abzuwürgen.
Autor*innen: Paul Mattick
Autor*innen: Timo Daum; Sabine Nuss (Hg.)
Die Anthologie »Feministische Internationale« präsentiert Texte aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zu Geschlecht, Klasse und Emanzipation aus über zehn Ländern und von fast allen Kontinenten. Verfasst haben sie feministische Sozialistinnen und Anarchistinnen, die in der Arbeiterbewegung oder ihrem Umfeld aktiv waren.
Autor*innen: Vincent Streichhahn (Hg.)
Jean Jaurès (1858–1914) – eine Schlüsselfigur der französischen Linken – kämpfte für Gerechtigkeit für die Schwachen und Ausgebeuteten und gegen Kolonialismus und Kriegstreiberei. Sein Einsatz für Frieden, Sozialreformen und Antikolonialismus ist auch heute noch beispielgebend. Der Mitbegründer der Französischen Sozialistischen Partei und der Tageszeitung L’Humanité überzeugte mit seinem rhetorischen Talent – weit über Parteigrenzen hinaus. Als Verfechter eines Reformsozialismus auf humanistischer Grundlage setzte er sich leidenschaftlich für den Pazifismus und gegen den drohenden Ersten Weltkrieg ein. Am Vorabend der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts wurde er 1914 in Paris ermordet, sein Mörder 1919 freigesprochen.
Autor*innen: Jean-Numa Ducange (Hg.)
Im Anfang war die Subversion. Im Deutschen hat der Begriff einen negativen Beigeschmack, für Johannes Agnoli (1925–2003) war er hingegen der Inbegriff von Befreiung – und dieser verschrieb er sich als Professor für Politikwissenschaften am Otto-Suhr-Institut in Berlin. Agnolis bekanntestes Buch erschien 1967: »Transformation der Demokratie«, eine der bedeutendsten parlamentarismuskritischen Schriften der Nachkriegszeit, ein »theoretischer Meilenstein« (Joachim Hirsch). »Keine Freiheit für den, der von ihr Gebrauch macht«, fasste der Publizist Sebastian Haffner 1967 Agnolis Analyse der Herrschaftstechniken gegenüber »Subversiven« in einer Rezension zusammen – die Antiautoritären von 1968 sollten es am eigenen Leib spüren.
Autor*innen: Michael Hewener (Hg.)