Peter A. Kropotkin war der führende Theoretiker und Aktivist des kommunistischen Anarchismus. Kropotkins politische Entwürfe besitzen eine ungebrochene Aktualität. Dezentrale autonome wirtschaftliche Einheiten, gegenseitige Hilfe, autonomes Denken und Handeln, Gleichberechtigung auf allen Ebenen, Bedürfnisproduktion statt Kapitalismus haben einen allgemeingültigen Charakter, der auch auf die Gegenwart anwendbar ist.
Autor*innen: Michael Lausberg
In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der antifaschistischen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt. Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.
Autor*innen: Bernd Langer
Gustav Landauer (1870–1919) ist wohl einer der wichtigsten Repräsentanten des freiheitlichen Sozialismus in Deutschland. Er sah im Staat und seinen Organisationen grundsätzlich ein herrschaftlich-zentralistisches Ordnungsprinzip, das zu einer Entmündigung des Individuums und zu einem Verzicht an Selbstverantwortung führe. Für Landauer war die Abschaffung des Staates eine notwendige Voraussetzung für Freiheit und völlige Gleichberechtigung aller Menschen. Landauer vertrat einen genossenschaftlichen Sozialismus auf Basis freier Vereinbarung in kleinen dezentralen Einheiten.
Autor*innen: Michael Lausberg
Autor*innen: Christiane Lichthardt
Die wichtigsten Schriften und Proklamationen der »Neuen Linken« transportierten eine radikale Unversöhnlichkeit mit dem Bestehenden und entwarfen Utopien einer anderen, herrschaftsfreien Gesellschaft. Als ›Lesebewegung‹ verschlangen die 68er die Befreiungstheorien von Herbert Marcuse, Marx und Mao, Alexandra Kollontai, Wilhelm Reich und Frantz Fanon. Als Teil eines ›oppositionellen Theoriemilieus‹ rangen Rudi Dutschke, Hans Jürgen Krahl, Ulrike Meinhof, Reimut Reiche und Karl Heinz Roth um den richtigen begrifflichen Zugang zu Geschichte und Gegenwart der Gesellschaft, um sie radikal zu verändern. In Kommunen, mit Betriebsarbeit und »bewaffnetem Kampf« sollte dies als Fundamentalopposition bewerkstelligt werden.
Autor*innen: Gerhard Hanloser
Liebe wird oft als höchstes Ideal verklärt. Doch was, wenn dieses Ideal mehr ein gesellschaftliches Konstrukt als eine universelle Wahrheit ist? In diesem Buch dekonstruiert Nora Kellner den romantischen Liebesbegriff und zeigt auf, wie eng er mit dem Kapitalismus und dem Patriarchat verwoben ist. Was bedeutet das für Menschen, die außerhalb dieser Normen leben, für aromantische und asexuelle Personen? Welche Beziehungsformen werden systematisch abgewertet? Und wie könnten Alternativen aussehen? Von romantischen Freund*innenschaften, queerplatonischen Beziehungen bis zum selbstbestimmten Alleinsein eröffnet dieses Buch neue Perspektiven auf Nähe, Intimität, Zugehörigkeit und stellt die entscheidende Frage: Welche Utopien werden möglich, wenn wir Liebe anders denken?
Autor*innen: Nora Kellner
Autor*innen: Almut Birken; Nicola Eschen (Hg.)
Zu Beginn der 1970er-Jahre entstand die internationale Bewegung ›Lohn für Hausarbeit‹, in der Frauen verschiedenster Hintergründe und Sexualitäten zusammenkamen und gemeinsam kämpften. Ihr Ziel war skandalös und revolutionär zugleich: Der feministische Kampf sollte auf eine neue Grundlage gestellt werden, ausgehend von der Forderung, unsichtbare Hausarbeit anzuerkennen und zu entlohnen. Doch dieses Anliegen wurde oft missverstanden, der Strömung wurde vorgeworfen, Frauen an den Herd zu verbannen. Da sie sich nicht durchsetzen konnte, verlor die Bewegung schon nach wenigen Jahren an Elan.
Autor*innen: Louise Toupin
Warum wird medial nicht mit Schwarzen, dicken, nackten Körpern geworben? Oder mit einer Person im Rollstuhl? Wozu brauche ich einen Körper, der ›beachbody-ready‹ ist? Seit Kurzem werden diese Diskriminierungsformen innerhalb des Konzepts des ›Lookismus‹ behandelt, welches größtenteils unbemerkt und bisher nur unzulänglich fundiert in der Reihe bekannter Diskriminierungskonzepte Position bezieht.
Autor*innen: Lea Schmid; Darla Diamond; Petra Pflaster (Hg.)
Autor*innen: Andreas Exner; Pia Lichtblau; Nora Hangel; Stefan Schneider; Veronika Schweiger (Hg.)
Autor*innen: Margarete Jäger; Jürgen Link
Da gegebene Machtverhältnisse immer auch symbolischer Macht bedürfen, um sich aufrechtzuerhalten, sind sie angewiesen auf die Verbreitung herrschaftsstabilisierender Bilder, Texte, Filme und Geschichten. Genauso kann Kunst aber auch zur Destabilisierung von Herrschaftsverhältnissen beitragen, zur kritischen Auseinandersetzung mit der Kolonialität von Macht, Wissen und Sein. In Machtschaffend gehen Theater-, Film-, Kunst- und Literaturschaffende der Frage nach, von wem welche Kunst verstanden werden will und mit welchen künstlerischen Mitteln sich hegemoniale Perspektiven im Theater, im Film, in der Literatur irritieren lassen. Den Essays ist jeweils ein kurzes Zitat bedeutender Vordenker*innen wie Angela Davis, Gayatri Chakravorty Spivak oder James Baldwin vorangestellt, von dem sich die Autor*innen in ihrem Nachdenken über die Beziehung von Kulturproduktionen und Herrschaftsverhältnissen haben inspirieren lassen.
Autor*innen: Anna Sabel, Verband binationaler Familien und Partnerschaften (Hg.)