Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Der Name Jean-François Lyotard stand einst im Mittelpunkt der Diskussion um die »Postmoderne« - die Intentionen und Grundgedanken seines Werkes sind dagegen zumeist im Hintergrund geblieben und anscheinend wenig verstanden worden. Walter Reese-Schäfer stellt diese in den Mittelpunkt seiner Einführung. Er macht damit eine Position zugänglich, die das Totalitätsdenken der Moderne einer scharfsinnigen, rationalen Kritik unterwirft und jeglicher Dominanz eines einheitlichen Prinzips eine Absage erteilt.
Autor*innen: Walter Reese-Schäfer
Bekannt geworden ist Pierre Bourdieu (1930-2002) mit seinem großen Werk über die Sozialstruktur Frankreichs »Die feinen Unterschiede« von 1979. Darin thematisierte er den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Positionen, klassenspezifischen Geschmacksdispositionen und den sich in Lebensstilformen manifestierenden Strategien symbolischer Unterscheidung. Markus Schwingel rekonstruiert das bourdieusche Werk aus seinem französischen Entstehungskontext und arbeitet die Theoriekomponenten heraus, die es konstituieren: die Beziehung von Subjekt und Objekt, die Habitus-, die Feld- und die Klassentheorie.
Autor*innen: Markus Schwingel
Der große Einfluss, den das Denken Theodor W. Adornos (1903-1969) auf die bundesrepublikanische und die internationale Philosophie ausgeübt hat, gründet sich vor allem auf die gemeinsam mit Max Horkheimer im Exil verfasste »Dialektik der Aufklärung«. In diesem Buch zeigen die Verfasser, wie das Projekt, den Menschen aus der Befangenheit im Mythos zu befreien, in die »Selbstzerstörung der Aufklärung« mündet.
Autor*innen: Gerhard Schweppenhäuser
Seit Jahren werden in Deutschland tausende Menschen zwangsweise aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie die Miete nicht zahlen können oder aus anderen Gründen gekündigt wurden. Doch seit einigen Monaten lassen sich Mieter*innen nicht mehr still vertreiben. Die Berliner Kampagne „Zwangsräumungen verhindern“ mobilisiert mittlerweile wöchentlich gegen Räumungen. Das Buch geht auf ihre Vorläufer in der Weimarer Republik ein, und wirft einen Blick auf Spanien, wo die Bewegung gegen Wohnungs- und Häuserräumungen ein innenpolitischer Faktor ist.
Autor*innen: Peter Nowak (Hg.)
Welthunger, kein Zugang zu sauberem Wasser für ein Sechstel der Menschheit, bittere Armut und elende Arbeitsbedingungen sind trotz der Wunder der Technik des 21. Jahrhunderts zur Normalität der globalen kapitalistischen Wirtschaftsordnung geworden. Nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, sondern auch innerhalb der erfolgreichen Industrienationen zeugen Altersarmut, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Einschnitte im Bildungswesen und bei der medizinischen Versorgung von der wachsenden Diskrepanz zwischen dem, was als Wohlstand der Nation im Bruttosozialprodukt bilanziert und als Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet wird und dem, was die Mehrheit der Bevölkerung davon hat.
Autor*innen: Hermann Lueer
Obgleich der Klassenbegriff gegenwärtig eine Renaissance feiert und viele Entwicklungen, wie die seit 2008 anhaltende Wirtschaftskrise oder die mit ihr einhergehenden Krisenproteste, als Anstoß dienen könnten das klassentheoretische Denken von links zu schärfen, besteht diesbezüglich im deutschsprachigen Raum ein größerer Nachholbedarf. »Klasse gemacht!« stößt in dieses Vakuum vor, indem es ein breites Spektrum klassentheoretischer Aspekte thematisiert.
Autor*innen: Slave Cubela
Jede Alternative zur kapitalistischen Wirklichkeit ist nur so gut wie die ihr zugrundeliegende Erklärung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, zu denen sie eine Alternative sein soll. Im vorliegenden Buch geht es entsprechend nicht darum, sich unabhängig von den Gründen für die weltweite Verarmung und Verelendung weiter Teile der Bevölkerung eine bessere Welt auszumalen, sondern darum, aus der Erklärung des Kapitalismus die Grundprinzipien einer Ökonomie jenseits vom Kapitalismus abzuleiten. Kritik und Alternative werden so zusammengebracht.
Autor*innen: Hermann Lueer
Seit einigen Jahren avanciert Community Organizing zum Schlagwort in der außerparlamentarischen Stadt- und Sozialpolitik. Soziale Bewegungen verbinden mit der Parole „Organize!“ die Hoffnung, die eigene Politik auf eine breite gesellschaftliche Basis stellen zu können. Diese Erwartung ist nicht unbegründet: Seit den 1880er Jahren ist Community Organizing in der US-amerikanischen Gesellschaft als effektives Instrument emanzipatorischer Politik präsent. Im 21. Jahrhundert angekommen, richtet sich die Energie vieler Nachbarschaftsorganisationen – auch in Deutschland – wieder gegen Gentrifizierung und rassistische Institutionen.
Autor*innen: Robert Maruschke
Nichts will er mehr als ein harmonisches Leben in einer spirituellen und ökologischen Gemeinschaft: Engel channeln, stimmungsvolle Sonnwenden am wärmenden Feuer, Visionen in indianischen Schwitzhütten, ganzheitliche Gartenarbeit mit Mutter Erde, die Ehrung unserer Ahnen (der Germanen). Doch negative Energien bemächtigen sich der Gemeinschaft: Zeremonien enden in Gewalt. Ein Hühnerstall verpestet die Luft. Aus der Schwitzhütte dringt nächtliches Geschrei. Rücksichtsloses Vorteilsstreben trübt das friedvolle Miteinander. Eine Katze wird gemordet. Nun wächst das Wissen: Auch eine esoterische Gemeinschaft kann auf Reinigung nicht verzichten.
Autor*innen: Rolf Cantzen
Der Roman befasst sich mit der Hochphase des Deutsch-Punks. Er spielt in den 80ern. In einer Kleinstadt am Niederrhein. Nach und nach bildet sich eine eigene Szene heraus, die sich nach eigenen Regeln organisiert. Die Punks geraten mit der Polizei in Konflikt, nehmen Drogen und hören Musik. Sie treffen auf Alt- und Junghippies, Alternative oder auch auf Erwachsene, die sich von ihnen provoziert fühlen. Geballt treten sie nicht nur auf den Chaostagen auf, auch in jeder Fußgängerzone muss man sie fürchten. Es gibt nichts zu verlieren und sie sind viele.
Autor*innen: Frans Scholten
Hans Herbert Grimm bekannte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg dazu, einen Roman über den Ersten Weltkrieg geschrieben zu haben, der sich immer noch ganz frisch, ganz gegenwärtig liest und sich damit abhebt von vielen heute nur noch literaturgeschichtlich kanonisierten Romanen. Die »Geschichten und Abenteuer aus dem Leben des unbekannten Musketiers Emil Schulz, genannt ›Schlump‹, von ihm selbst erzählt« – so der Untertitel – zeigen den Weg eines unbedarften jungen Helden von der Etappe aufs Schlachtfeld, ins Lazarett und zurück. Und sie erzählen die Geschichte eines modernen Hans im Glück, der nach Romanzen Ausschau hält und am Ende die große Liebe trifft, die immer schon auf ihn wartete.
Autor*innen: Hans Herbert Grimm
Nach dem WTO-Gipfel in Seattle bekam die Antiglobalisierungbewegung einen Aufschwung. Gord Hill zeigt in diesem spannenden wie unterhaltsamen Comic die Geschichte des Widerstands gegen Kapitalismus und Globalisierung, wie sie schon vor Jahrhunderten begann und sich in den letzten Jahrzehnten unter anderem in der Antiglobalisierungsbewegung manifestierte. Insbesondere konzentriert er sich auf einige der vielen gewalttätigen Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und Behörden, die während verschiedener Gipfeltreffen der politischen und wirtschaftlichen Elite in Nordamerika und Europa stattgefunden haben.
Autor*innen: Gord Hill