Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Das Buch beleuchtet den Einfluss von Hausbesetzungen, Umnutzungsinitiativen und Beteiligungsverfahren auf die Städtebau- und Stadtentwicklung Hannovers. Es beschreibt 50 Hausbesetzungsaktionen, die Entstehung erfolgreicher lokaler Selbstverwaltungsprojekte wie UJZ Kornstraße und Glocksee, Sprengelgelände sowie den „hannoverschen Weg“ zur Legalisierung von Bauwagenplätzen. Im Fokus steht das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Aktivismus zur Durchsetzung sozialer, kultureller und politischer Anliegen.
Autor*innen: Tanja Tschöke
Die Themen Antisemitismus, der Krieg in Palästina und die Haltung der Linken zu beidem stehen in Deutschland gegenwärtig im Mittelpunkt der politischen Debatte. Das Buch beleuchtet die Hintergründe und widerspricht zugleich der insbesondere in Deutschland weit verbreiteten Identifikation von Judentum und Israel. Die Mehrheit der Juden lebte vor dem Zweiten Weltkrieg in der Diaspora, gehörte zur Arbeiter:innenklasse und war Teil eines breiteren Kampfes an der Seite ihrer nichtjüdischen Genoss:innen auf der Linken. Das Buch würdigt diese radikale jüdische Beteiligung an Befreiungsbewegungen in zahlreichen Ländern. Der Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung nahm vielfältige Formen an, von linkem Zionismus, über den Bundismus bis hin zum revolutionären Marxismus. Diese inspirierende radikale Tradition wurde schließlich durch das Grauen von Auschwitz gestoppt.
Autor*innen: Donny Gluckstein, Janey Stone
Was passiert, wenn ein VW-Arbeiter, ein Aktivist und eine Mobilitätsexpertin an einem Tisch sitzen? Ziemlich viel – und vor allem: Es knistert. Hier treffen Welten aufeinander, die sonst gerne gegeneinander ausgespielt werden: Fabrikhalle vs. Klimacamp. Blaumann vs. Fahrradhelm. Schichtplan vs. Systemwandel. Aber was wäre, wenn genau aus diesen Unterschieden etwas Gemeinsames entstehen kann? Ausgerechnet in Wolfsburg, mitten in der Höhle des Löwen der Automobilindustrie, wurde diese unwahrscheinliche Allianz Realität. Und sie zeigt: Es geht nicht darum, Autos zu hassen oder Arbeitsplätze zu feiern. Es geht darum, sich ehrlich zu fragen: Was brauchen wir wirklich? Und wer entscheidet das eigentlich?
Autor*innen: Katja Diehl, Thorsten Donnermeier, Tobi Rosswog
Der Zusammenbruch der osteuropäischen „realsozialistischen“ bürokratischen Regime und der Zerfall der marxistisch-leninistischen Ideologie bilden den großen historischen Einschnitt am Ende des 20. Jahrhunderts – und wie die aktuelle weltpolitische Lage dramatisch zeigt, bleiben dessen gesellschaftlichen Folgen auf brutale Weise bis heute wirksam und präsent. In den langen Jahrzehnten des Kalten Krieges zuvor, als jene Regime und jene Ideologie im Osten über die Bevölkerungen geherrscht und sie im Westen viele Intellektuelle fasziniert hatten, schien es für die meisten bloß die Wahl zwischen der Verteidigung des amerikanischen Imperialismus oder der russischen Bürokratie zu geben. Mutige Stimmen wie die von Cornelius Castoriadis, die es offen und kompromisslos wagten, sich gegen beide zu stellen und beide einer radikalen Kritik zu unterziehen, waren lange selten.
Autor*innen: Cornelius Castoriadis
John Olday (1905 – 1977) war ein typischer Repräsentant des frühen 20. Jahrhunderts: Begabt mit vielen Talenten, den Kopf voller Ideen und auf der ganzen Welt zuhause. Als uneheliches Kind von der Mutter verlassen und bei der Großmutter aufgewachsen, begeistert er sich für die anarchistischen Denker aus Russland und Frankreich und widmet sein ganzes Leben den Idealen eines antikapitalistischen, staatsfreien Gemeinwesens. Auch seine Kunst als Maler und Musiker soll diesem Gemeinwesen dienen. Während des Nationalsozialismus flieht er nach England; von dort lädt ihn ein Freund nach Australien ein, wo er die große Liebe seines Lebens kennenlernt. Nach dem Krieg avanciert er zum ersten liebevollen Karikaturisten schwulen Lebens, dessen Arbeiten international veröffentlicht werden.
Autor*innen: Klaus Sator
Niccolò Machiavelli, der Renaissancemensch, Politiker und Philosoph, ist eine der umstrittensten Figuren der Geschichte. Bis heute dominiert das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen«, der vor allem für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, berühmt und berüchtigt wurde: den Machiavellismus. Häufig wurden auch ein knallharter machtpolitischer Realismus und ein Primat der Staatsräson als weitere zentrale Elemente der Lehre Machiavellis angesehen. In der wieder lebhaft geführten internationalen Debatte über den Florentiner Denker wird dagegen heute entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker. Eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die Philipp Hölzing in seinem Buch nachzeichnet.
Autor*innen: Philipp Hölzing
1911 in Graz geboren, früh in antifaschistischen (Künstler-)Kreisen aktiv, war sie emotionaler Mittelpunkt ihrer »Brüdergemeinde«, einer linken Horde, selbstverantwortlich und nie hierarchisch. Diese fand für sie ihre Fortsetzung im Spanischen Bürgerkrieg und bei den jugoslawischen Partisanen. Aber auch in den späteren Forschungsreisen mit Paul Parin sowie Fritz und Ruth Morgenthaler nach Westafrika und in ihrer späteren Tätigkeit als Psychoanalytikerin spiegelte sich ihre Haltung wider.
Autor*innen: Goldy Parin-Matthèy
Olga Misař gehörte zu den politisch aktivsten Frauen ihrer Zeit – nicht nur in Österreich, sondern auch international. 1919, bei den ersten österreichischen Wahlen, an denen Frauen teilnehmen durften, kandidierte sie für die Demokratische Mittelstandspartei, die den Einzug ins Parlament allerdings verfehlte. Im selben Jahr veröffentlichte sie die Broschüre Neuen Liebesidealen entgegen, in der sie Beziehungen jenseits der Ehe propagierte.
Ihr Engagement für den Frieden führte sie in die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, die gewaltfreie anarchistische Bewegung und den Bund der Kriegsdienstgegner. Als Journalistin, Schriftstellerin und Aktivistin war sie öffentlich präsent. Mit der Etablierung des austrofaschistischen Regimes fand ihre kritische Haltung gegenüber Autorität und ihre feministische Politik jedoch keinen Platz mehr.
Autor*innen: Brigitte Rath
Als die Journalistin Sophia Boddenberg 2014 in Lateinamerika ankommt, entsteht dort eine feministische Massenbewegung. Sie begegnet Studentinnen, die Universitäten besetzen, begleitet Anwältinnen im Kampf gegen Femizide und demonstriert mit ihren Freundinnen für das Recht auf legale Abtreibungen. Sie erlebt, wie feministische Bewegungen sich gegen Gewalt in all ihren Formen auflehnen – und dabei durch kollektives Kämpfen eine Kraft erzeugen, die gesellschaftliche Veränderungen erreicht.
Autor*innen: Sophia Boddenberg
Wie agieren linke Kräfte in einem Land, das Kompromiss und Konsens zu seinen obersten politischen Prinzipien erhebt? Wie entsteht Klassenbewusstsein, wenn es scheinbar allen gut geht? Wie entwickeln sich die Geschlechterverhältnisse in einem demokratischen System, das um ein patriarchales Familienmodell herum konstruiert ist? Was bedeutet Solidarität in einem Land, das auf Migration angewiesen ist, aber gleichzeitig Angst vor »Überfremdung« schürt? Und wo positioniert sich die Linke heute angesichts von Krise, Krieg und Imperialismus?
Autor*innen: Dominic Iten
Graz, Ende der 90er: ein verrauchter Keller voller Menschen, krachende Gitarren, der Schweiß tropft von der Decke. Aufbruchsstimmung liegt in der Luft. Junge Leute gründen Bands, organisieren Konzerte, gehen auf Tour und machen die Stadt zum Zentrum einer neuen Subkultur.Conan City Hardcore ist eine mitreißende Zeitreise in die Grazer Punk- und Hardcore-Szene der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre. HC Roth und Chris Magerl zeichnen anhand persönlicher Erinnerungen und O-Tönen damaliger Akteur·innen ein lebendiges Porträt dieser Ära. Sie erzählen von legendären Gigs, durchzechten Nächten und großen Träumen in einer Stadt, die für einen kurzen Moment der lauteste Ort Österreichs war.
Autor*innen: HC Roth, Chris Magerl
Diese Graphic Novel erzählt die bewegende Geschichte von Otto Weidt (1883–1947), der während des Zweiten Weltkriegs als Betreiber einer Blindenwerkstatt versucht, seine jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Er baut ein Netzwerk an Helferinnen und Helfern auf, besticht Gestapo-Beamte und besorgt gefälschte Papiere, Verstecke und Verpflegung. Trotz mehrfacher Verhaftungen und Verhöre gelingt es Weidt immer wieder, seine Widerstandsaktivitäten geheim zu halten. Selbst als er die Deportation der meisten seiner Schützlinge nicht mehr verhindern kann, gibt er nicht auf. Er schickt ihnen Lebensmittelpakete in das Ghetto Theresienstadt und reist sogar selbst nach Auschwitz, um seine engste Mitarbeiterin vor dem Tod zu retten. Nur wenige überleben, doch sein selbstloser Mut bleibt unvergessen.
Autor*innen: Niels Schröder