Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
John Olday (1905 – 1977) war ein typischer Repräsentant des frühen 20. Jahrhunderts: Begabt mit vielen Talenten, den Kopf voller Ideen und auf der ganzen Welt zuhause. Als uneheliches Kind von der Mutter verlassen und bei der Großmutter aufgewachsen, begeistert er sich für die anarchistischen Denker aus Russland und Frankreich und widmet sein ganzes Leben den Idealen eines antikapitalistischen, staatsfreien Gemeinwesens. Auch seine Kunst als Maler und Musiker soll diesem Gemeinwesen dienen. Während des Nationalsozialismus flieht er nach England; von dort lädt ihn ein Freund nach Australien ein, wo er die große Liebe seines Lebens kennenlernt. Nach dem Krieg avanciert er zum ersten liebevollen Karikaturisten schwulen Lebens, dessen Arbeiten international veröffentlicht werden.
Autor*innen: Klaus Sator
Niccolò Machiavelli, der Renaissancemensch, Politiker und Philosoph, ist eine der umstrittensten Figuren der Geschichte. Bis heute dominiert das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen«, der vor allem für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, berühmt und berüchtigt wurde: den Machiavellismus. Häufig wurden auch ein knallharter machtpolitischer Realismus und ein Primat der Staatsräson als weitere zentrale Elemente der Lehre Machiavellis angesehen. In der wieder lebhaft geführten internationalen Debatte über den Florentiner Denker wird dagegen heute entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker. Eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die Philipp Hölzing in seinem Buch nachzeichnet.
Autor*innen: Philipp Hölzing
1911 in Graz geboren, früh in antifaschistischen (Künstler-)Kreisen aktiv, war sie emotionaler Mittelpunkt ihrer »Brüdergemeinde«, einer linken Horde, selbstverantwortlich und nie hierarchisch. Diese fand für sie ihre Fortsetzung im Spanischen Bürgerkrieg und bei den jugoslawischen Partisanen. Aber auch in den späteren Forschungsreisen mit Paul Parin sowie Fritz und Ruth Morgenthaler nach Westafrika und in ihrer späteren Tätigkeit als Psychoanalytikerin spiegelte sich ihre Haltung wider.
Autor*innen: Goldy Parin-Matthèy
Olga Misař gehörte zu den politisch aktivsten Frauen ihrer Zeit – nicht nur in Österreich, sondern auch international. 1919, bei den ersten österreichischen Wahlen, an denen Frauen teilnehmen durften, kandidierte sie für die Demokratische Mittelstandspartei, die den Einzug ins Parlament allerdings verfehlte. Im selben Jahr veröffentlichte sie die Broschüre Neuen Liebesidealen entgegen, in der sie Beziehungen jenseits der Ehe propagierte.
Ihr Engagement für den Frieden führte sie in die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, die gewaltfreie anarchistische Bewegung und den Bund der Kriegsdienstgegner. Als Journalistin, Schriftstellerin und Aktivistin war sie öffentlich präsent. Mit der Etablierung des austrofaschistischen Regimes fand ihre kritische Haltung gegenüber Autorität und ihre feministische Politik jedoch keinen Platz mehr.
Autor*innen: Brigitte Rath
Als die Journalistin Sophia Boddenberg 2014 in Lateinamerika ankommt, entsteht dort eine feministische Massenbewegung. Sie begegnet Studentinnen, die Universitäten besetzen, begleitet Anwältinnen im Kampf gegen Femizide und demonstriert mit ihren Freundinnen für das Recht auf legale Abtreibungen. Sie erlebt, wie feministische Bewegungen sich gegen Gewalt in all ihren Formen auflehnen – und dabei durch kollektives Kämpfen eine Kraft erzeugen, die gesellschaftliche Veränderungen erreicht.
Autor*innen: Sophia Boddenberg
Wie agieren linke Kräfte in einem Land, das Kompromiss und Konsens zu seinen obersten politischen Prinzipien erhebt? Wie entsteht Klassenbewusstsein, wenn es scheinbar allen gut geht? Wie entwickeln sich die Geschlechterverhältnisse in einem demokratischen System, das um ein patriarchales Familienmodell herum konstruiert ist? Was bedeutet Solidarität in einem Land, das auf Migration angewiesen ist, aber gleichzeitig Angst vor »Überfremdung« schürt? Und wo positioniert sich die Linke heute angesichts von Krise, Krieg und Imperialismus?
Autor*innen: Dominic Iten
Graz, Ende der 90er: ein verrauchter Keller voller Menschen, krachende Gitarren, der Schweiß tropft von der Decke. Aufbruchsstimmung liegt in der Luft. Junge Leute gründen Bands, organisieren Konzerte, gehen auf Tour und machen die Stadt zum Zentrum einer neuen Subkultur.Conan City Hardcore ist eine mitreißende Zeitreise in die Grazer Punk- und Hardcore-Szene der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre. HC Roth und Chris Magerl zeichnen anhand persönlicher Erinnerungen und O-Tönen damaliger Akteur·innen ein lebendiges Porträt dieser Ära. Sie erzählen von legendären Gigs, durchzechten Nächten und großen Träumen in einer Stadt, die für einen kurzen Moment der lauteste Ort Österreichs war.
Autor*innen: HC Roth, Chris Magerl
Diese Graphic Novel erzählt die bewegende Geschichte von Otto Weidt (1883–1947), der während des Zweiten Weltkriegs als Betreiber einer Blindenwerkstatt versucht, seine jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Er baut ein Netzwerk an Helferinnen und Helfern auf, besticht Gestapo-Beamte und besorgt gefälschte Papiere, Verstecke und Verpflegung. Trotz mehrfacher Verhaftungen und Verhöre gelingt es Weidt immer wieder, seine Widerstandsaktivitäten geheim zu halten. Selbst als er die Deportation der meisten seiner Schützlinge nicht mehr verhindern kann, gibt er nicht auf. Er schickt ihnen Lebensmittelpakete in das Ghetto Theresienstadt und reist sogar selbst nach Auschwitz, um seine engste Mitarbeiterin vor dem Tod zu retten. Nur wenige überleben, doch sein selbstloser Mut bleibt unvergessen.
Autor*innen: Niels Schröder
From its roots in revolution and war, Ukraine’s Azov movement has grown from a militia of fringe far-right figures and football hooligans fending off Russian-backed forces into a multipronged social movement that has become the envy of the global far right. In this first English-language book on the Azov movement, Michael Colborne explains how Azov came to be and continues to exploit Ukraine’s fractured social and political Situation - including the only ongoing war on European soil - to build one of the most ambitious and dangerous far-right movements in the world.
Autor*innen: Michael Colborne
„Abbau der Autorität im Organisationsapparat ist wichtig. Abbau der Autorität in Theorie und Taktik des Klassenkampfes ist wichtiger. Am wichtigsten aber ist der Abbau der Autorität in der menschlichen Seele, weil ohne ihn ein Abbau der Autorität weder in Organisation, noch in Taktik und Theorie möglich ist." Otto Rühle
Autor*innen: Otto Rühle, Franz Pfemfert, Oskar Kanehl u.a.
Angesichts der Weltlage wird der lmperialismusbegriff zunehmend wichtiger um zu verstehen, wie und warum sich Konflikte entspannen und sich welche Allianzen bilden. Dabei ist häufig unklar, was genau mit Imperialismus gemeint ist. In der Broschüre wird Imperialismus mit Lenin und Rocker als ein globales System beschrieben, begriffliche Unklarheiten ausgeräumt und nach einem historischen Abriss die gegenwärtige Lage skizziert.
Autor*innen: Frederik Fuß
„Was sich Robien in seinem Artikel geleistet hat, war bisher der unbestrittene und eiserne Bestandteil jeder antisemitisch-nationalistischen Ideologie. Es sind dieselben Argumente, die man tagtäglich in der völkischen Presse findet, und die nur den einzigen Zweck verfolgen, unwissende Menschen zu fanatisieren und gegen eine gewisse Schicht der Bevölkerung aufzuhetzen.“ Rudolf Rocker
Autor*innen: Philippe Kellermann (Hg.)