Patriarchatskritik, Anarchafeminismus, feministische Theorien, Geschlechterrollen / Gender, queer theory
Laurie Penny spricht das Unsagbare aus: Fucked-up Girls und Lost Boys, sexuelle Gewalt, Liebe und Lügen sind ihre Themen. Sie zeigt, dass Feminismus ein Prozess ist: Egal, wie man sich nennt – wichtig ist, wofür man kämpft.
Autor*innen: Laurie Penny
Feminismus bedeutet mehr als Gleichberechtigung: Er strebt eine freiheitliche Gesellschaft an, in der niemand unterdrückt wird. Davon waren diese drei Revolutionärinnen überzeugt: Victoria Woodhull (1838–1927), erste US-Präsidentschaftskandidatin, Lucy Parsons (1851–1942), militante Aktivistin und Gewerkschafterin, und Emma Goldman (1869–1940), anarchistische Vordenkerin und Jüdin. Diese Frauen kämpften jenseits der bürgerlichen weißen Frauenbewegung kompromisslos für Freiheit, Liebe und Gleichheit.
Autor*innen: Antje Schrupp
Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach §129a StGB – Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie hatte einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft, für einen Bekannten, wie sie sagte, der sie darum gebeten hatte. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der »Revolutionären Zellen« auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand. Mit dem Anschlag wurde gegen die Abschiebepraxis von Asylsuchenden protestiert, was Ingrid Strobl befürwortete. Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft.
Autor*innen: Ingrid Strobl
Als Clara Wichmann im Februar 1922 starb, war sie erst 36 Jahre alt. Doch hat diese so früh und unvermittelt aus dem Leben gerissene „Verteidigerin der Menschlichkeit“ (Bart de Ligt) ein umfassendes, vielschichtiges Werk hinterlassen. Als Wissenschaftlerin setzte sie sich theoretisch mit einer Vielzahl sozialphilosophischer Themen auseinander; politisch war sie in verschiedenen sozialen Bewegungen für Feminismus und Frauenbefreiung, Sozialismus, Anarchismus und revolutionären Syndikalismus, Tierrechte, Strafrechtsreform sowie Gewaltfreiheit und Antimilitarismus aktiv. Ihre Positionen prägten die Diskussion innerhalb der verschiedenen emanzipatorischen politischen Strömungen in den Niederlanden des 20. Jahrhunderts und beeinflussten auch die Diskussionen im deutschsprachigen Raum.
Autor*innen: Clara Wichmann
Warum setzen sich eigentlich so wenige Männer für die Gleichberechtigung aller Geschlechter ein, wenn doch die Ungerechtigkeiten so offensichtlich sind? Die derzeitigen Ausformungen der Männlichkeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch der Beständigkeit von Patriarchat, Sexismus und geschlechtlichen Ungleichheiten auf strukturellen Ebenen. Aber ebenso üben sie Einfluss auf der individuellen Ebene aus.
Autor*innen: Blu Doppe; Daniel Holtermann (Hg.)
Über Hillary Clintons Vorgängerin darf man eines zweifelsfrei sagen: Sie stammte nicht aus dem politischen Establishment. Vielmehr stammte sie aus der Gosse: Victoria Woodhulls Familie war ein vagabundierender Klan, der sich mit Quacksalberei über Wasser hielt und seine Töchter anschaffen schickte. Die hübsche junge Frau mit dem scharfen Verstand schlug selbst daraus Kapital. Bald war sie eine der schillerndsten Figuren im New Yorker Rotlichtmilieu. Als ein Kunde ihr Kursmanipulationen verriet, kaufte sie Börsenaktien – und wurde über Nacht reich. Doch Victoria wollte mehr: Sie wurde die erste Brokerin der Wall Street. Sie war Sozialistin, Feministin, Verlegerin, schrieb über Politik, Sex und Freie Liebe. 1872 kandidierte Victoria Woodhull als erste Frau für das Amt des amerikanischen Präsidenten – knapp fünfzig Jahre vor Einführung des Frauenwahlrechts! Sie war eben eine, die fand, Frauen sollten nicht lange fragen, was sie dürfen, sondern tun, was der Freiheit dient.
Autor*innen: Antje Schrupp
Autor*innen: Gisela Notz
Mona Eltahawy ist durch islamische Länder von Nordafrika bis in den nahen Osten gereist und hat die Lebensgeschichten von Frauen unterschiedlichster Herkunft aufgeschrieben, um das »giftige Gebräu aus Religion und Kultur« unschädlich zu machen, das die ganze islamische Welt durchtränkt. Ihr Buch macht erschreckend deutlich, dass die Unterdrückung der Frauen immer brutaler wird. Mit Nachdruck fordert Mona Eltahawy den »Westen« auf, nicht länger zuzusehen, wie Menschen im Namen Allahs misshandelt, ausgebeutet, rechtlos gehalten werden – nur weil sie Frauen sind.
Autor*innen: Mona Eltahawy
Autor*innen: Edition Anarchia
Autor*innen: Feministisches Bündnis Heidelberg (Hrsg.)
„Wege zum Nein“ betrachtet die Reform des Sexualstrafrechts 2016 im gesellschaftlichen Kontext sexueller Gewalt, sexueller Selbstbestimmung und Emanzipation. Antirassistische queer-feministische Perspektiven beziehen klare Positionen, machen sich angreifbar und treten in Austausch miteinander. Sexualstrafrecht, #NeinHeisstNein, rassistische Instrumentalisierung, Rassismus in Deutschland, Vergewaltigungskultur, persönliche Erfahrungen, feministische Geschichte_n und Konsens werden nicht als Einzelthemen, sondern in ihrer Abhängigkeit voneinander diskutiert. Dabei ist die zentrale Frage, wie Räume sozialer Interaktion geschaffen werden können, in denen Nein nicht nur möglich ist, sondern wertgeschätzt wird. Die Publikation gibt einerseits unterschiedlichen Analysen Raum, die den gesellschaftlichen Status Quo thematisieren und attackieren. Andererseits entwirft und formuliert sie Argumente und Visionen, diesen Status Quo zu verändern, sich Handlungsmacht anzueignen und diese zu erweitern.
Autor*innen: Sina Holst; Johanna Montanari (Hg.)
Autor*innen: Fana Asefaw