Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Niederschmetternden Erlebnissen von Rassismus und Sexismus begegnen Feministinnen jeden Tag – Zuhause und bei der Arbeit. Lässt sich aus einem solchen Alltag heraus eine feministische Theorie entwickeln? Sara Ahmed erinnert an das wissenschaftliche Erbe des Feminismus ›of Color‹ und zeigt – auf sehr poetische und persönliche Weise – wie Feministinnen über eine Kritik ihrer Erlebniswelten hinausgehen können, um diese Welten umzugestalten. Ahmed entwickelt und empfiehlt eine Figur, die sie ›Feministische Spaßverderberin‹ nennt. Diese Rolle ermöglicht es Feministinnen, alltäglich kreative Lösungen zu finden und ein System gegenseitiger Hilfe und Unterstützung zu schaffen.
Autor*innen: Sara Ahmed
Die Analysen des Staates gehen in der Linken weit auseinander. Das Spektrum der Interpretationen reicht von der Idealisierung bis zur Dämonisierung, von der Übernahme des Staates bis zu seiner Abschaffung. Während der Staat für die einen als Garant des Allgemeinwohls gilt, betrachten ihn andere als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. In seiner Einführung präsentiert Moritz Zeiler die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Staat: Die fragmentarischen Überlegungen bei Marx und Engels, die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin, die Hegemonietheorien des Westlichen Marxismus von Gramsci, Althusser und Poulantzas sowie die Analysen von Paschukanis zum Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und später daran anknüpfende Arbeiten von Agnoli, Hirsch, Holloway und anderen. Ebenso zeichnet das Buch die linken Debatten über das Verhältnis von Staat und Faschismus nach – geht aber auch auf libertäre Staatskritik, feministische Ansätze und aktuelle Herausforderungen ein.
Autor*innen: Moritz Zeiler
Nur einige Jahre nach der Revolution in Russland, nach Dada und den ersten surrealistischen Manifestationen sollten sich in Italien 1922 die FaschistInnen mit aller Gewalt an die Macht putschen. Der Faschismus fand überall in Europa massenhaft AnhängerInnen. Die SurrealistInnen um André Breton gehörten zu den ersten, die Widerstand gegen die neue Bedrohung aller Freiheiten leisteten. Das zentrale Moment in der Geschichte der Avantgarde ist, wie ihr von Arthur Rimbaud bis Claude Cahun genährter Geist Menschen dazu gebracht hat, Faschismus und Nazismus zu bekämpfen. Fast alle SurrealistInnen von Paris, über Barcelona und Kopenhagen bis Prag waren im Widerstand. New York City und Mexiko City wurden bedeutende Zentren des Avantgarde-Exils.
Autor*innen: Alexander Emanuely
Nachdem Axel Klingenberg Mitte der 80er Jahre in der Film-AG des Herzog Ernst-Gymnasiums in Uelzen »The Great Rock’n’Roll Swindle« gesehen hat, kaufte er sich eine Lederjacke und einen Haufen Sex Pistols- und Exploited-Platten. Kenntnisreich, leidenschaftlich und (selbst-)ironisch lässt er 25 Jahre später die Geschichte des Punks Revue passieren – und zeigt gleichzeitig, dass dieser kollektiv erzeugte Lärm immer mehr war als bloß ein Musikstil.
Autor*innen: Axel Klingenberg
Wir schreiben das Jahr 1977. In einem verschlafenen Nest irgendwo in der Provinz geht das Leben seinen gewohnten, langweiligen Gang. Das ändert sich, als das erste Album der Ramones den Weg ins Kinderzimmer unseres neunjährigen Helden findet. Von nun an ist nichts mehr so, wie es war. Die neue Musik aus New York wirkt wie ein Weckruf, ein Signal zum Aufbruch aus der Provinz. Zusammen mit seinem besten Freund Ralphie und dem Schulschwänzer Krusti gründet er seine eigene Band, und die drei Jungs treten an, um der Welt zu zeigen, dass auch Viertklässler Punkrock spielen können. Aber die Hürden, die sie nehmen müssen, sind hoch: Woher bekommen sie Instrumente? Wie schreibt man griffige Punktexte? Wo findet sich ein geeigneter Proberaum? Und vor allem: Wie verhindert man, dass Eltern und Lehrer sich einmischen und alles kaputtmachen?
Autor*innen: Francis Kirps
Ab sofort ist der Reprint von Olga Misars 1919 erstmals erschienener Schrift Neuen Liebesidealen entgegen erhältlich. Eingeleitet wurde der Text von der Historikerin und Misar-Expertin Brigitte Rath. Sie beschreibt Misar als „eine der politisch umtriebigsten Frauen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich sowie transnational.“ Sie war „in der bürgerlichen Friedens- und Frauenbewegung aktiv und positionierte sich dort im radikalen Flügel.“ Nach dem Ersten Weltkrieg begann Misar sich „vermehrt in der anarchistischen und vor allem antimilitaristischen Bewegung“ zu engagieren. In dem Buch werden Diskussionen rund um Ehe, Liebe, Beziehung, Feminismus und Frauenbefreiung vermittelt, die von der ersten Frauenbewegung, sowie auch von Teilen des Anarchismus getragen und forciert wurden.
Autor*innen: Brigitte Rath (Hg.); Olga Misa
Der vorliegende Band beschreibt und analysiert zum einen die Rolle, die die anarchistische Bewegung in Russland im Kontext der Russischen Revolution spielte; zum anderen, in welcher Weise anarchistische Bewegungen in den verschiedensten Ländern (u. a. in Italien, der Schweiz, in Frankreich und Deutschland) auf die Russische Revolution reagierten und welche Diskussionen und Auseinandersetzungen sich in den unmittelbaren Folgejahren ergaben. Damit eröffnet der Band nicht nur einen neuen Blick auf die Russische Revolution, sondern auch auf den historischen Kontext ihrer Rezeption außerhalb Russlands wie auf die internationale anarchistische Bewegung jener Zeit.
Autor*innen: Phillipe Kellermann (Hg.)
Gerechtigkeit sollte die Grundlage allen politischen Handelns sein. Doch was, wenn staatliche Maßnahmen und Gesetze dieser Norm widersprechen? Können dann auch in Demokratien Akte des zivilen Ungehorsams gerechtfertigt sein? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Dieser Band versammelt erstmals die zentralen Positionen einer Debatte, die von Thoreau über Gandhi und Martin Luther King, John Rawls, Hannah Arendt und Jürgen Habermas bis zur Occupy-Bewegung führt. Auch kritische Stimmen kommen zu Wort, denen ziviler Ungehorsam mal zu viel, mal zu wenig Widerstand bedeutet.
Autor*innen: Andreas Braune (Hg.)
Tomáš Sedlácek und David Graeber, die Stars der Kapitalismuskritik, treffen aufeinander und erörtern mögliche Alternativen zur bestehenden Wirtschaftsordnung. Soziale Ungerechtigkeit, Naturzerstörung, Schulden- und Finanzkrisen lassen zweifeln, ob die Marktwirtschaft noch die richtige Lösung für die Probleme unserer Zeit ist. Die Bestsellerautoren, ein Ökonom und ein Ethnologe, bürsten herrschende Meinungen gegen den Strich und beziehen pointiert Stellung.
Autor*innen: David Graeber; Thomas Sedlacek
Wir alle hassen Bürokraten. Wir können es nicht fassen, dass wir einen Großteil unserer Lebenszeit damit verbringen müssen, Formulare auszufüllen. Doch zugleich nährt der Glaube an die Bürokratie unsere Hoffnung auf Effizienz, Transparenz und Gerechtigkeit. Gerade im digitalen Zeitalter wächst die Sehnsucht nach Ordnung und im gleichen Maße nimmt die Macht der Bürokratien über jeden Einzelnen von uns zu. Dabei machen sie unsere Gesellschaften keineswegs transparent und effizient, sondern dienen mittlerweile elitären Gruppeninteressen. Denn Kapitalismus und Bürokratie sind einen verhängnisvollen Pakt eingegangen und könnten die Welt in den Abgrund reißen.
Autor*innen: David Graeber
Der Wiener Hermann Langbein (1912–1995) kämpfte in den Internationalen Brigaden in Spanien gegen Francos Militärputsch. Nach der Niederlage der spanischen Republik wurde er in Frankreicch interniert und 1941 nach Deutschland ausgeliefert. Im KZ Auschwitz gehörte er der Leitung des internationalen Widerstandes an. 1947 schrieb Hermann Langbein Die Stärkeren – Bericht aus Auschwitz und anderen Konzentrationslagern. Während der Lektüre von Die Stärkeren machte sich Thomas Fatzinek Notizen und Skizzen, die er dann als Linolschnitte umsetzte und zu einer graphischen Erzählung verdichtete.
Autor*innen: Thomas Fatzinek
„Das Weltproletariat muss die große Tragödie der Arbeiter Russlands verstehen: die herzzerreißende Tragödie der Arbeiter und Bauern, die die Flammen der Revolution getragen haben und nun sich hilflos in den eisernen Klauen eines alles lähmenden Staats befinden. Das Weltproletariat muss, ehe es zu spät ist, die würgende Schlinge lösen. Wenn nicht, dann wird Sowjet-Russland, einst der Herd der sozialen Weltrevolution, wieder die Weltstätte schwärzester Reaktion werden.“ (1921)
Autor*innen: Vier Moskauer Anarchisten