"Aber in allen Fällen bleibt die Notwendigkeit der Organisation bestehen. Und gerade in der heutigen gewitterschwangeren Zeit ist diese Notwendigkeit dringender geboten denn je zuvor. Klaffender enthüllen sich die gesellschaftlichen Gegensätze in allen Ländern. Und noch immer sind ungeheure Massen der Arbeiterschaft von dem Wahn beherrscht, dass eine Ergreifung der Staatsgewalt durch das Proletariat allein imstande sei, das soziale Problem zu lösen. Sogar der furchtbare Zusammenbruch im Osten konnte die meisten nicht von diesem Glauben heilen." R. Rocker
Broschüre, 40 Seiten
„Der Text wurde in den 70er Jahren in vielen Bewegungen diskutiert und dürfte auch heute aktuell sein: ob bei den Autonomen auf den Libertären Tagen 1987 oder bei der Frage, warum Alice Schwarzer immer noch als Sprecherin der Frauenbewegung angesehen wird, obwohl sie nie dazu bestimmt wurde, geht es letztlich immer um die Organisationsfrage unter libertären Gesichtspunkten.“
Étienne de La Boéties Schrift über die freiwillige Knechtschaft ist ein Klassiker des politischen Denkens und bis heute von überraschender Aktualität. Sie fragt, weshalb Menschen ihre Freiheit preisgeben und sich einer Macht unterwerfen, die ohne ihre Zustimmung und Unterstützung nicht bestehen könnte. La Boétie analysiert die Gewöhnung an Herrschaft, die Rolle von Angst und Ablenkung sowie jene Netzwerke aus Günstlingen und Nutznießern, durch die sich Tyrannei stabilisiert. Seine Antwort ist von großer Klarheit: Freiheit beginnt mit der Verweigerung des Gehorsams.