In der pädagogischen Geschichtsschreibung und in systematischen Betrachtungen werden anarchistische Aspekte weitgehend ausgeklammert. Gründe dafür liegen einmal in evokativen Zuschreibungen der Begriffe Anarchismus und Anarchie und zweitens in Kenntnislücken. Hier setzt der Band an und beschreibt systematische Zusammenhänge von Pädagogik und Anarchismus, zeichnet ideengeschichtliche und biografische Traditionen nach und diskutiert die Gegenwartsrelevanz libertärer Bildungs- und Didaktikkonzepte.
Der als Einführungsband angelegte Text bietet eine Orientierung zum modernen Anarchismus als soziale Bewegung und politische Theorie und stellt die Schnittstelle zu Fragen der Bildung und Erziehung her. Das Vorgehen ist historisch und systematisch ausgerichtet und ermöglicht eine Zwischenbilanz zur aktuellen Forschungslage.
Buch, 197 Seiten
Der Band zeigt die Facettenvielfalt und Heterogenität einer Freiheitspädagogik im 19. und 20. Jahrhundert an ausgewählten Beispielen und macht deutlich, dass es in diesem Zeitraum bis heute eine Tradition von Gegenentwürfen zur etatistischen Bildungskultur gibt, die auch immer einer starken Repression ausgesetzt war und letztendlich nicht in den Lehrkanon pädagogischer Professionalisierung aufgenommen wurde.