Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
»Freiheitsschiffe« beschreibt die dramatische Geschichte versklavter Afroamerikaner, die sich auf Schiffen versteckten, die sie in die Freiheit brachten. Bis zu 100.000 versklavten Menschen gelang die Flucht aus der Knechtschaft in den Südstaaten. Sie entkamen entlang eines Netzwerks von Fluchtwegen, das heute als Underground Railroad bekannt ist. Eine immens große Zahl von Fluchtversuchen fand jedoch nicht zu Lande, sondern auf dem Seeweg statt. Die dramatischen Berichte der Entkommenen von heimlichen Verschwörungen und wehenden Segeln machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre.
Autor*innen: Marcus Rediker
Masse und Macht sind Schlüsselbegriffe zum Verständnis unseres Zeitalters. Schon der junge Canetti war fasziniert und beunruhigt von den Phänomenen, die sich mit diesen Begriffen benennen lassen. Das Leben der Menschen folgt eigenartigen Gesetzen. Bereits als Kinder gehorchen wir den Befehlen unserer Erzieher. Früh sind wir angehalten, "freudig" unsere Pflicht zu tun. Aber auch die Gesellschaft im ganzen ist dem zwanghaften Mechanismus von Befehl und Gehorsam ausgesetzt. Um miteinander auszukommen, folgt die Masse bestehenden Gesetzen, doch kennt die Geschichte auch genügend Beispiele, wo die Massen blind dem Diktat eines Tyrannen oder einer Weltanschauung folgen. Aber Vorsicht! Massen entwickeln gelegentlich eine Eigendynamik - sie können aufhetzen und Minderheiten verfolgen, Könige oder Regierungen stürzen und selber die Macht für sich beanspruchen.
Autor*innen: Elias Canetti
Mit der Arena-Besetzung vor 50 Jahren fand die alternative Szene Wiens eine Heimat, die bis heute ein äußerst vitaler Treffpunkt und Veranstaltungsort geblieben ist. Dieses Buch erzählt die faszinierende Geschichte der einstigen Schweineschlachthalle, von ihrer Entstehung im frühen 20. Jahrhundert über die mutige Besetzung 1976 bis zur heutigen Rolle als Herzstück der pulsierenden Wiener Gegenkultur.
Autor*innen: Verein Forum Wien Arena
Die aktuellen politischen Entwicklungen sind kein Beweis für die bleibende Stärke des Patriarchats, sondern Anzeichen für dessen Ende. Das Patriarchat war eine hierarchische Ordnung mit »alten weißen Männern« an der Spitze, gestützt auf anerkannte Institutionen wie Universitäten, Parlamente und Kirchen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute basiert Macht auf dem Recht des Stärkeren, physischer Gewalt, ökonomischer Überlegenheit und Willkür. Das ist kein Patriarchat, sondern postpatriarchales Chaos. Feministische Strategien müssen darauf reagieren. In ihrem intellektuell funkelnden und geistreich-pointierten Essay nimmt die Politologin Antje Schrupp eine (selbst)kritische Bestandsaufnahme der Frauenbewegung vor und entwirft Perspektiven für einen zukunftsorientierten, konstruktiven Feminismus, dessen oberstes Anliegen eine freiheitliche Gesellschaft ist.
Autor*innen: Antje Schrupp
Der Roman »Ökotopia«, 1975 verfasst, verblüfft durch seine Aktualität: Elektrotaxis, Biogemüse, Smartphones, mächtige Politikerinnen, Solarenergie – beim Lesen glaubt man sich immer wieder in eine parallele Gegenwart versetzt. Doch der kleine Staat Ökotopia an der US-amerikanischen Südwestküste, der sich in Callenbachs Zukunftsszenario von den Vereinigten Staaten abgespalten hat, ist einfach nur seiner Zeit weit voraus.
Autor*innen: Ernest Callenbach
Léa Gauthier und Hélène Aldeguer erzählen das außergewöhnliche Leben von Emma Goldman (1869–1940) – einer Aktivistin und Denkerin, die das Leben leidenschaftlich liebte. Schon früh erkannte sie die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems und kämpfte unermüdlich für eine radikale Veränderung der sozialen Ordnung. Dank ihrer brillanten rhetorischen Fähigkeiten wurde sie rasch zu einer der bekanntesten Stimmen des Anarchismus weltweit.
Autor*innen: Hélène Aldeguer; Léa Gauthier
Das vorliegende Buch befasst sich mit dem Verrat, den die Führung der deutschen Kommunistischen Partei während des Exils in Frankreich an ihren Mitgliedern übte. Es kritisiert nicht nur, dass die so genannten einfachen Parteimitglieder übergeordnete Genossen hatten um Erlaubnis bitten müssen, bevor sie sich überhaupt in Sicherheit bringen und fliehen konnten. Es kritisiert nicht allein die Tatsache, dass sie nach dem Pakt zwischen Stalin und Hitler von ihrer Parteiführung dazu aufgefordert worden waren, sich freiwillig internieren zu lassen. Es kritisiert darüber hinaus, dass dieselbe Parteispitze ihre Mitglieder auch dazu aufforderte, nach Deutschland zurückzugehen, sich selbst aber für wichtige Aufgaben nach dem Krieg aufsparen wollte.
Autor*innen: Birgit Schmidt
Läßt sich Hausarbeit als Industriesektor organisieren? Seit 1920 gründeten sich in Deutschland rund 60 Syndikalistische Frauenbünde als Teil der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsbewegung, der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). Mit dem Ziel einer klassenlosen, föderalistisch organisierten sozialistischen Gesellschaft verfolgten sie tagespolitische Interessen. Dazu gehörten gegenseitige Alltagshilfen im Haushalt, freiheitlich-emanzipatorische Kindererziehung nebst Leitung syndikalistischer Kindergruppen und Aktivitäten zur Erholung. Sie stritten für selbstbestimmte Geburtenregelung, für größere und gemeinschaftliche Wohnungen mit Einküchenwirtschaft und richteten sich gegen Kapitalismus, Staat, Kirchen, Alkohol und den § 218 StGB. Streiks wollten diese Frauenbünde durch Boykottmaßnahmen unterstützen. Die Aktivistinnen verlangten in allen Belangen volle Gleichberechtigung mit Männern. Zugleich beharrten sie auf geschlechtlichen Rollenmustern. Passt das zusammen?
Autor*innen: Helge Döhring
Der Protagonist dieser „unautorisierten Biografie“ Alexej „Sokrat“ Sutuga († 2020) war ein Dreh- und Angelpunkt der russischen Antifabewegung. Er war an der Gründung einer der größten und einflussreichsten anarchistischen Gruppen der Russischen Föderation beteiligt, durchlebte und überlebte die wilden Nullerjahre, in denen viele politische Aktivist:innen der grassierenden Gewalt militanter Neonazis zum Opfer fielen, und verbrachte mehrere Jahre in russischen Gefängnissen. Anhand von Sokrats Lebensweg wird die Geschichte einer Bewegung nachgezeichnet, deren Protagonist:innen sonst meist anonym bleiben.
Autor*innen: Dmitrij Okrest; Katja Arenina
Das Buch holt die Schicksale von fünfzig Anarchistinnen zurück ins Licht – Frauen, die seit den 1880er-Jahren alles für die Freiheit riskierten. Ob in der radicalen Arbeiterbewegung, beim »Bund herrschaftsloser Sozialisten« oder im lebensgefährlichen Widerstand gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus: Ihr Engagement war grenzenlos. Sie waren ihrer Herkunft nach Hilfsarbeiterinnen, Bäuerinnen, Journalistinnen, Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen. Für ihren Traum von einer Welt ohne Herrschaft und Staat – von der Anarchie – zahlten sie fast immer einen hohen Preis: ein Leben im Untergrund, Verfolgung, Vertreibung, Flucht.
Autor*innen: Reinhard Müller
Der heute fast vergessene K.F. Kocmata – ihn diesem Vergessenwerden zu entreißen ist ein Verdienst des vorliegenden, übrigens bis in die kleinsten Details hervorragend recherchierten Buches – war u.a. Gründer des „Verlag der Ver!“, eines heute ebenfalls weithin vergessenen Verlagsprojektes, zu dem im „Geschichtswiki“ des Wiener Geschichtsvereins zu lesen ist: Da der Verlag nicht protokolliert und die Freie Künstlervereinigung „Ver“ offensichtlich kein angemeldeter Verein war, lassen sich keine Details über weitere eventuelle Gründer bzw. Mitglieder und keine genauen Daten ermitteln. Verfolgen kann man die Geschichte des Verlags aber weitgehend anhand der zunächst monatlich, vorübergehend auch zweiwöchig erscheinenden Zeitschrift „Ver!“. Gründer und Herausgeber war der vielseitige, politische engagierte Autor und spätere Soldatenrat Karl F. Kocmata. Die Zeitschrift Ver!, die sich unmittelbar nach Ausrufung der Republik gerne als „Monatsschrift für revolutionäre Kunst“ apostrophierte, nahm im Laufe ihres Erscheinens regelmäßig zu Fragen der Politik, der Kunst, der Medizin und der Literatur – in erster Linie in Form von Buchbesprechungen (etwa durch Fritz Karpfen und Herbert Waniek) – Stellung. Lyrik und kurze Erzählungen nahmen eine prominente Stellung ein. Am häufigsten vertreten war neben Kocmata Peter Altenberg, der das Emblem „Ver!“ entwarf und u.a. den ersten Beitrag des ersten Hefts verfasste. Gleichermaßen bemerkenswert sind die in der Zeitschrift „Ver!“ veröffentlichten Originalholzschnitte und Lithographien von Künstlern wie Johannes Fischer, Karl Angerer, Agathe Löwe, Egon Schiele, Josef Humplik und Carl Hauser. Das letzte von Karl F. Kocmata herausgegebene Heft erschien im Februar 1921. Doch nicht nur auf den Literaten, Redakteur und Verleger wird eingegangen, sondern auch auf Kocmata als Revolutionär zwischen kommunistischem, individualistischem und anarchosyndikalistischen Anarchismus, seine Fehden u.a. mit Pierre Ramus und Alexander Weiszsowie auf den langen Weg nach unten Kocmatas.
Autor*innen: Reinhard Müller
There are converging political, economic, and ecological crises, and yet our politics is dominated by either business as usual or nostalgia for a mythical past. Thinking against the grain, Graeber was one of the few who dared to imagine a new understanding of the past and a liberatory vision of the future — to imagine a social order based on humans’ fundamental freedom. In essays published over three decades and ranging across the biggest issues of our time — inequality, technology, the identity of 'the West,' democracy, art, power, anger, mutual aid, and protest — he challenges the old assumptions about political life. A trenchant critic of the order of things, and driven by a bold imagination and a passionate commitment to human freedom, he offers hope that our world can be different.
Autor*innen: David Graeber