Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Unsere neue Broschüre „Anarchismus und Marxismus“, eine Übersetzung des Textes „Anarchism and Marxism“ von Lucien van der Walt, erschien im Original 2018 in „Brill’s Companion to Anarchism“. Wir halten den Text für einen wichtigen Bestandteil gegenwärtiger anarchistischer Theorie, den wir fortgeschrittenen Leser:innen empfehlen.
Autor*innen: Lucien van der Walt
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Er war ein wilder Hund, dieser Wilhelm Wehner. 1916 verweigerte Wehner als erster Kriegsdienstverweigerer in Schweinfurt den Dienst an der Waffe und rief hier 1919 die Räterepublik aus. Schon um 1906 hatte sich der junge Arbeiter bei der Gruppe um die Zeitung „Revolutionär“ in Berlin politisiert. Vor Gericht wurde er angeklagt wegen „Erpressung“ des Unternehmers Ernst Sachs. Jedoch überraschend freigesprochen. Doch waren dies nicht nur vorübergehende Jugendwildheiten. Der umtriebige Arbeiter gründete in Schweinfurt eine Ortsgruppe der „Freien Arbeiter Union Deutschlands“, lud die international tätige Anarchistin Emma Goldman ein und pflegte nach 1945 einen umfangreichen Briefverkehr mit dem anarchosyndikalistischen Autor Rudolf Rocker, der in den USA lebte
Autor*innen: Initiative gegen das Vergessen Schweinfurt (Hg.)
Monika Berberichs Biografie berührt wichtige Aspekte linker Geschichte der letzten 70 bis 80 Jahre. Wie sich in den Gesprächen mit Monika Berberich gezeigt hat, stellten sich (junge) Linke in den 1960ern ähnliche Fragen wie heute.
Autor*innen: Colectivo Preguntando; Monika Berberich
Die Revolutionäre Front wurde 2001 gegründet und 2015 aufgelöst. Keine andere Gruppe der autonomen Linken in Schweden hat je ein vergleichbares Maß an Aufmerksamkeit erreicht. Innerhalb der autonomen Linken, und der schwedischen Linken allgemein, war RF kontrovers. Einerseits wegen der Militanz, andererseits, weil RF mit einer Reihe linker Normen und Standards brach. Dieses Buch erzählt die Geschichte von RF aus der Perspektive ihrer Mitglieder.
Autor*innen: Emma Hagberg
Herrschaft lässt sich nicht durch die Wirkung von Spitzeln erklären. Aber es gibt sie und Polizeien und Geheimdienste versuchen sehr wohl, den Lauf der Geschichte und den Weg emanzipatorischer Bewegungen zu beeinflussen. Aktivist:innen haben Grund zu der Annahme, in den Wirkungsbereich von Spitzeln zu geraten. In all ihren Erscheinungsformen können die sehr zahlreich sein, es waren in den letzten Jahrzehnten hunderte, die auf Bewegungen, Parteien und Einzelne angesetzt wurden. Nicht alle waren gut platziert, nicht alle waren effektiv, aber auch nur die allerwenigsten sind bekannt geworden.
Autor*innen: Klaus Viehmann; Markus Mohr
Die Proteste, die in den letzten fünf Jahren Indonesien erschütterten und ihre Ursache in den verschiedensten Faktoren haben (Änderungen des Wahlrechts, Korruption, wirtschaftliche Missstände und Unzufriedenheit mit der Regierung und der Brutalität der Polizei) flammten im August 2025 neu auf, als es zu einer massiven Steuererhöhung kam, während sich die politischen Eliten ihre Gelder erhöhten. Als am 28. August der Kurierfahrer Affan Kurniawan von der Polizei ermordet wurde, weitete sich der Protest zu Aufständen von Lieferant*innen, Anarchist*innen und Jugendlichen aus. Demonstrant*innen plünderten mehrere Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und steckten Regierungsgebäude in Brand.
2015 kamen Debatten in antifaschistischen Zusammenhängen auf, wie und mit wem der drohende Faschismus aufzuhalten sei. In zahlreichen Zeitschriften und Blogs finden sich seitdem Veröffentlichungen zum Stand antifaschistischer Bewegung, zu Repression gegen Antifas, zu Entwicklungen der extremen Rechten und zur autoritären Zuspitzung staatlicher Politik. Für dieses Buch wurden einige Texte ausgewählt und zusammengestellt. Zusätzlich finden sich historische und internationale Perspektiven zum Thema. So soll der Stand aktueller Antifa-Debatten dokumentiert und damit eine Grundlage geschaffen werden, diese in die Praxis zu übersetzen und weiterzuentwickeln.
Angela Y. Davis beleuchtet den diskriminierenden und rassistischen Alltag im amerikanischen Strafvollzug und dessen verheerende Folgen für die amerikanische Gesellschaft. Ihre Analyse des gefängisindustriellen Komplex der USA fragt nach Interessen und Mächten, die in diesem System wirken und erinnert an die menschliche Katastrophe, die sich in unseren Gefängnissen millionenfach wiederholt. Sie fordert dazu auf, nach dem Warum zu fragen und uns eine Gesellschaft ohne Gefängnisse vorzustellen.
Autor*innen: Angela Y. Davis
Der 2. Band von Rudolf Rockers Autobiographie der hier erstmals komplett in deutsch (komplette Veröffentlichungen gibt es nur in spanisch und jiddisch aus den 1950er und 1960er Jahren) vorliegt, umfasst die Jahre von 1895 bis 1918, die Rocker hauptsächlich in England verbrachte. Großen Raum nimmt sein Wirken innerhalb der jüdischen anarchistischen Bewegung ein. Rocker beschränkt sich in seinen Memoiren nicht nur auf die Schilderung seines eigenen Handelns, sondern lässt auch anderen Akteuren Raum und gibt damit einen interessanten Einblick in die Geschichte der freiheitlichen Arbeiterbewegung im genannten Zeitraum. Der Band endet mit seiner Repatriierung nach Holland im Frühjahr 1918 nach mehrjähriger Internierung als feindlicher Ausländer.
Autor*innen: Rudolf Rocker
»Schafft Rote Hilfe!«, »Helft!«, »Solidarität organisieren!«: Slogans wie auch Logos änderten sich in der über hundertjährigen Geschichte der Roten Hilfe. Unverändert blieb die Praxis der Unterstützung linker Aktivistinnen und Aktivisten gegenüber staatlicher Repression – finanziell, juristisch und durch Öffentlichkeitsarbeit. Der Band skizziert die Solidaritätsarbeit der Rote-Hilfe-Organisationen von den Anfängen bis heute. Die 1924 gegründete KPD-nahe, aber parteiübergreifende Rote Hilfe Deutschlands (RHD) umfasste in der Weimarer Republik zuletzt rund eine Million Mitglieder. Politischen Gefangenen und deren Familien stand sie materiell zur Seite, finanzierte Rechtsbeistände und protestierte gegen Gesetzesverschärfungen. Ab März 1933 konnte sie in der Illegalität noch mehrere Jahre effektiv agieren.
Autor*innen: Silke Makowski
Pornografie wird in einem so hohen Maß konsumiert, dass sie als Teil alltäglicher sexueller Praxis gesehen werden muss. Die Debatte ist polarisiert: Einerseits wird Pornografie als unmoralisch abgelehnt, andererseits als vermeintlich befreite Form der Selbstentfaltung gefeiert. Der Sammelband präsentiert Positionen zwischen dem konservativen sexuellen Tabu und der neoliberalen Verharmlosung. Dabei stellt sich als eine zentrale Frage, warum sexuelle Gewalt in der Pornografie als Unterhaltung inszeniert wird.
Autor*innen: Feministisches Bündnis Heidelberg (Hg.)
Tattoo-Artist Yase Farbextase und Kindermusikerin Suki Sukini (bekannt als Rapperin Sookee) laden in ihrem ersten gemeinsamen Kinderbuch zu einer Reise durch die Welt der Emotionen ein. Begleitet von Reimen entdeckt ein kleines Wölkchen die große Welt der Gefühle: Freude, Wut, Trauer, Ekel und Angst. Doch hier geht es nicht darum, Emotionen in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen, sondern sie als wichtige Begleiter zu verstehen. Ein Buch, das Mut macht, Gefühle zu fühlen – und generationenübergreifend ins Gespräch bringt.
Autor*innen: Suski Sukini; Yase Farbextase