Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Ein Harburger Anarchist erinnert sich an Zeiten voller Höhen und Tiefen, an Reisen in ferne Länder, Drogenexzesse, Liebe und Beziehungsstress und immer wieder an den ewigen Kampf für eine bessere Gesellschaft. Er kettete sich an die Heizung in der Abendblatt Filiale, saß wegen Landsteicherei im Knast in Francos Spanien und stand nach Protesten gegen eine NPD-Kundgebung im legendären Harburger „Eierwerferprozess“ vor Gericht. Die linke Politszene der Siebziger und Achtziger wird wieder lebendig, sei es der Gruppenabend der SDAJ in der Steinikestraße, der Widerstand in Brokdorf oder die „Hausbesetzung“ am Harburger Ring. Wer kennt noch die Szenekneipe „Antagon“ oder den Piratensender „Radio Gnom“? Besuche in einer „Sexsekte“, alternative Busreisen, Aussteiger im Hippieparadies La Gomera oder die bunte Partyszene der Neunziger – ein bewegtes halbes Jahrhundert spiegelt sich in einem freiheitlich gesinnten Leben „gegen den Strom und mit der Zeit“.
Autor*innen: Ivar Lethi, Matthias Bublitz
Étienne de La Boéties Schrift über die freiwillige Knechtschaft ist ein Klassiker des politischen Denkens und bis heute von überraschender Aktualität. Sie fragt, weshalb Menschen ihre Freiheit preisgeben und sich einer Macht unterwerfen, die ohne ihre Zustimmung und Unterstützung nicht bestehen könnte. La Boétie analysiert die Gewöhnung an Herrschaft, die Rolle von Angst und Ablenkung sowie jene Netzwerke aus Günstlingen und Nutznießern, durch die sich Tyrannei stabilisiert. Seine Antwort ist von großer Klarheit: Freiheit beginnt mit der Verweigerung des Gehorsams.
Autor*innen: Étienne de La Boétie
Max Stirners berühmte Schrift polarisierte seit ihrem Erscheinen. In Teilen Deutschlands zunächst verboten, waren es paradoxerweise häufig seine Gegner, die diese Schrift wieder auflegten, wenn auch nur um Stirners Thesen zu wiederzulegen. Dennoch blieb sein Werk sehr einflussreich; so unterschiedliche Figuren wie Rudolf Steiner, Wilhelm Reich oder Ernst Jünger beziehen sich in ihren Werken auf Stirner.
Autor*innen: Max Stirner
Kropotkin verbindet scharfe Kritik an Kapitalismus und Staat mit konkreten Überlegungen zu Ernährung, Wohnung, Arbeit, Industrie und Landwirtschaft. Sein Buch entwirft eine konkrete Zukunftsvision und zeigt, dass „Wohlstand für alle“ bereits möglich ist. Kropotkins Werk wurde zu einem Grundtext des kommunistischen Anarchismus und inspirierte Generationen anarchistischer Aktivisten – von den anarchistischen Milizen im Spanischen Bürgerkrieg bis zur Occupy-Bewegung des 21. Jahrhunderts.
Autor*innen: Peter Kropotkin
„Man hat Bakunin den Vater des Anarchismus genannt, und er selbst bezeichnet den Zustand, den er im Gegensatz zum Staate wünscht, als Anarchie.“
Autor*innen: Ricarda Huch
Gott und der Staat ist eines der berühmtesten Bücher der anarchistischen Bewegung. 1871 geschrieben und erst 1882 veröffentlicht, ist es Michail Bakunins große Abrechnung mit Religion, Staat und autoritärer Macht.
Autor*innen: Michail Bakunin
Down by Law ist ein außergewöhnliches Graphic-Novel-Projekt von Ethnograf:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen. Mit analytischer Schärfe und erzählerischer Kraft berichtet es in acht Geschichten von Menschen, deren Leben durch die Realität der Kriminalisierung in Europa geprägt ist. Ob Abtreibungsverbote, die Behinderung ziviler Seenotrettung, die Verfolgung von Sexarbeit oder die Ausgrenzung von Drogenkonsument:innen: Sichtbar wird ein Europa, das seine Grenzen nicht nur an Territorien zieht, sondern mitten durch Körper, Biografien und soziale Räume. Doch dieses Buch erzählt nicht nur von Gewalt. Es erzählt von Solidarität, Würde und der politischen Kraft des Überlebens.
Autor*innen: CrimScapes Research Group
Grummelgroll erwacht mit schlechter Laune. So etwas kann schon vorkommen, wenn nach einem längeren Winterschlaf der Magen grollt und grummelt und dringend gefüllt werden will. Natürlich könnte Grummelgroll das reiche Nahrungsangebot des Frühlings für sich entdecken – so wie viele Tiere in seiner Umgebung. Aber wozu ist man so schön groß und stark? Da könnte man doch den anderen einfach wegnehmen, was man gern haben möchte…
Autor*innen: Edith Schreiber-Wicke
Digitale Technologien bilden heute die Speerspitze kapitalistischer Akkumulation und Zerstörung. Digitale Plattformen, Rechenzentren und Künstliche Intelligenz intensivieren bestehende Ausbeutungsformen und technologische Herrschaft. Linke Antworten darauf verbleiben oft auf der Ebene von Regulierung und individualistischer Technikaneignung. »Digitale Solidarität« setzt hier an und fragt: Wie lassen sich die Logiken der kapitalistischen Digitalisierung überwinden, um Technologien konsequent an Bedürfnissen auszurichten?
Autor*innen: Aline Blankertz, Malte Engeler
Milliarden für die Abschottung, rassistische Gesetze, Migrationsdeals mit Diktaturen: Getrieben von der extremen Rechten tut die Politik in Europa heute fast alles, um Geflüchtete fernzuhalten oder sie wieder abzuschieben. Doch sei es auf den Transitrouten in Afrika, an den EU-Außengrenzen oder im Innern der EU: Überall gibt es heute Widerstand von Geflüchteten gegen diese Politik. Die „People on the Move“ wissen: Eine Chance, für ihre Rechte einzustehen, haben sie nur vereint – und transnational. In Netzwerken wie We’ll come United kämpfen sie deshalb für Bewegungsfreiheit, gegen Isolation und Gewalt. Dieses Buch zeigt die Selbstorganisierung von Menschen auf der Flucht und die Unterstützung, die sie dabei erfahren: Vom Kampf gegen die Misshandlung durch EU-finanzierte libysche Milizen bis zum Widerstand gegen die Bezahlkarte oder traumatisierende nächtliche Abschiebungen in der Nacht aus deutschen „Dublin-Zentren“. In den Blick genommen werden die Anfänge in den 1990er Jahren bis zu den neuen antirassistischen Bündnissen in Europa und über das Mittelmeer hinaus.
Autor*innen: Welcome united (Hg.)
Dieser Band versammelt Texte zu verschiedenen Bereichen linkslibertärer Theorie und Praxis. Entstanden sind sie im Umfeld des Infoladen Bankrott und der anarchistischen, „subkulturellen Hegemonie in Münster" der 1990er und 2000er Jahre. Schwerpunkte bilden der Zapatismus und seine Auswirkungen sowie die Spanische Revolution von 1936. Aber auch Anarchosyndikalismus, Kooperation und Konsens, die globalisierungskritischen Bewegung und der sogenannte „Anarchokapitalismus" kommen vor – sowie ein Gedicht, ein Songtext und sogar ein Romanfragment.
Autor*innen: infogruppe bankrott (Hg.)
Am 15. April 1920 überfallen Banditen im Staate Massachusetts einen Lohntransport, töten beide Wachmänner und flüchten mit der Beute. Schon bald konzentrieren sich die Ermittlungen auf die beiden italienischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartholomeo Vanzetti. Sie sind Ausländer, Atheisten – und Anarchisten. Obschon die Beweise dürftig sind, werden die beiden angeklagt und in einem fragwürdigen Indizienprozess trotz weltweiter Proteste zum Tode verurteilt.
Autor*innen: Helmut Ortner