Patriarchatskritik, Anarchafeminismus, feministische Theorien, Geschlechterrollen / Gender, queer theory
Die aktuellen politischen Entwicklungen sind kein Beweis für die bleibende Stärke des Patriarchats, sondern Anzeichen für dessen Ende. Das Patriarchat war eine hierarchische Ordnung mit »alten weißen Männern« an der Spitze, gestützt auf anerkannte Institutionen wie Universitäten, Parlamente und Kirchen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute basiert Macht auf dem Recht des Stärkeren, physischer Gewalt, ökonomischer Überlegenheit und Willkür. Das ist kein Patriarchat, sondern postpatriarchales Chaos. Feministische Strategien müssen darauf reagieren. In ihrem intellektuell funkelnden und geistreich-pointierten Essay nimmt die Politologin Antje Schrupp eine (selbst)kritische Bestandsaufnahme der Frauenbewegung vor und entwirft Perspektiven für einen zukunftsorientierten, konstruktiven Feminismus, dessen oberstes Anliegen eine freiheitliche Gesellschaft ist.
Autor*innen: Antje Schrupp
Das Theorem der Landnahme wird derzeit breit diskutiert. Obwohl der Bereich der Reproduktion fortwährend von solchen Enteignungsprozessen betroffen ist, werden diesbezügliche Landnahmen bisher jedoch wenig thematisiert. Tove Soiland zeigt im Anschluss an Rosa Luxemburg, dass diese an Raub grenzenden Formen der Ausbeutung gerade auch in weit entwickelten kapitalistischen Gesellschaften bestehen und in besonderer Weise den Bereich der Reproduktion betreffen. Sie verdeutlicht, dass die in den letzten Jahrzehnten erfolgten Restrukturierungen in der Reproduktion einen massiven Ressourcenabzug bedeuten. Dieser zeigt sich nicht nur in der Überführung von unbezahlter Care-Arbeit in kommodifizierte Care-Dienstleistungen. Neuere Formen der Landnahme resultieren auch aus der Ersetzung von Care-Arbeit durch technische und digitale Lösungen, für die die Corona-Krise mit ihrem Gesundheitsparadigma einen wesentlichen Katalysator darstellte.
Autor*innen: Tove Soiland
Autor*innen: Hanna Hacker
Autor*innen: Annemarie Jagose
Der Sachcomic beleuchtet die Geschichte und Entstehung von Queer-Theorie und LGBTQ*-Aktivismus. Er führt durch die historischen Entwicklungen, erklärt Begrifflichkeiten und stellt einzelne Theoretiker*innen und Bewegungen vor. Es geht um Identitätspolitik und Geschlechterrollen, Privilegien und Ausschlüsse. Queer erläutert, wie wir dazu kamen, Geschlecht und Sexualität so zu sehen, wie wir es heute tun, und stellt heraus, wie diese Ideen mit unserem Verständnis von Biologie, Psychologie und Sexualwissenschaft verbunden sind. Gezeigt wird auch, wie diese Perspektiven immer wieder herausgefordert wurden.
Autor*innen: Meg-John Barker; Julia Scheele
Autor*innen: Leah Bretz; Nadine Lantzsch
Autor*innen: Elahe Haschemi Yekani; Beatrice Michaelis (Hg.)
Utøya, Isla Vista, Halle, Hanau – drei Länder, vier Attentäter. Gemeinsam ist den Tätern ihre vergiftete Vorstellung von „Männlichkeit“ und ihr Wunsch, Frauen, Ausländer und Juden zu vernichten. In diesem Buch wird jener Vernichtungswunsch im Kontext europäischer rechts-identitärer Bewegung reflektiert, die auf Ungleichheit, Hass und Abwehr gegenüber dem Anderen aufbaut. Ziel ist, der imaginierten Verschwörung gegen den christlichen und „weißen“ Mann entgegenzutreten, Frauenkörper wieder in Besitz zu nehmen und sich so die „natürliche“ Position als Autorität in Familie und autoritärem Staat zurückzuerobern.
Autor*innen: Hanna Vatter
Inhaltsverzeichnis
In 13 chronologisch geordneten Essays zeichnet die radikale politische Aktivistin Angela Davis die Entwicklung der amerikanischen Frauenbefreiungsbewegung von den 1960er Jahren bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches (1981) nach und verknüpft sie mit der Geschichte Schwarzer Frauen in den USA – von der Sklaverei bis zu den Ungerechtigkeiten der Gegenwart. Denn mit dem Ende der Sklaverei in der Folge des amerikanischen Bürgerkrieges war der Rassismus noch nicht überwunden. Die Schwarzen wurden zwar zu Bürger*innen, aber zu Bürger*innen zweiter Klasse.
Autor*innen: Angela Davis
Autor*innen: Tine Plesch
Autor*innen: Victor Grossmann