Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Der Spätfaschismus ist das Nach- und Fortleben von Kolonialismus und Sklaverei, die autoritäre Freiheit des Siedlers und Soldaten. Er ist die antisemitische Scheinrevolte gegen die abstrakte Macht des Kapitals und die nostalgische Fantasie geschichtslos gewordener Gesellschaften. Er ist Genderpanik und Transfeindlichkeit. Er ist neoliberal und reaktionär. Der Spätfaschismus folgt keiner Anleitung und keiner historischen Analogie. Er hat seine eigenen Vorstellungen von Freiheit und Pluralität, Sexualität und Utopie. Nur wenn er in seinen Widersprüchen und Wandlungen erkannt wird, kann er bekämpft und können ihm solidarische Lebensweisen entgegengesetzt werden.
Autor*innen: Alberto Toscano
Der aktuelle Kampf um ökonomische Interessen und eine internationale (Neu-)Ordnung der Welt findet nicht nur in den ›heißen‹ Konfliktzonen statt. Es gibt auch Länder, die zwar nicht direkt vom Kriegsgeschehen betroffen sind, in denen die ›Logik des Krieges‹ aber dennoch so präsent ist wie lange nicht mehr. Scheinbar unaufhaltsam wird die vermeintliche Notwendigkeit einer kollektiven Kriegstüchtigkeit mit Nachdruck in die Köpfe und Institutionen eingeschrieben. Die Debatten über Aufrüstung und Wehrpflicht bedienen sich einer Sprache und Überzeugtheit, die Gegenentwürfe schier unmöglich erscheinen lassen.
Autor*innen: Interventionistische Linke FFM (Hg.)
Wenn Männer über Sex sprechen, bleiben sie oft an der Oberfläche. Sie prahlen, denken leistungsorientiert oder schweigen gleich ganz. Beim Sex selbst geht es dann häufig nicht um Lust und Augenhöhe, sondern darum, bestimmte Erwartungen an Männlichkeit zu erfüllen. Die Folge: Männer entwickeln sexuelle Funktionsstörungen, unrealistische Leistungsansprüche oder verhalten sich grenzverletzend – auch sich selbst gegenüber.
Autor*innen: Sven Sieg
Häusliche Gewalt ist ein systemisches Problem – und das Umfeld spielt darin eine zentrale Rolle. Etienne Perrinjaquet und Sarah Lamboo richten den Fokus bewusst auf diese oft übersehene Perspektive und fragen, was es bedeutet, ein unterstützendes Umfeld zu sein. Welche Verantwortung tragen wir? Welche Vorurteile müssen wir abbauen, welches Wissen uns aneignen und welche Haltung entwickeln, um Betroffenen sinnvoll beistehen zu können? Das Buch vermittelt grundlegendes Wissen über Dynamiken häuslicher Gewalt – und zeigt, wie wir Warnsignale erkennen, sensibel ansprechen und angemessen reagieren können. Es gibt konkrete Orientierung: Was tun bei einem Verdacht? Wie sprechen wir das Thema an, ohne zu überfordern oder zu gefährden? Wann ist professionelle Hilfe notwendig?
Autor*innen: Etienne Perrinjaquet, Sarah Lamboo
Trotz der mehrfachen Diskriminierung durch Rassismus, Klassismus und Sexismus haben afroamerikanische Frauen eine reiche intellektuelle Tradition entwickelt. In Schwarzes feministisches Denken, ursprünglich 1990 veröffentlicht und 2000 aktualisiert und umfangreich erweitert, unternimmt Patricia Hill Collins erstmals den Versuch, die Worte und Ideen Schwarzer feministischer Wissenschaftler*innen und Schriftsteller*innen sowohl innerhalb als auch außerhalb des akademischen Betriebs zu erforschen. Sie entwickelt einen theoretischen Rahmen für das Werk so prominenter Schwarzer feministischer Denkerinnen wie Angela Davis, bell hooks, Alice Walker und Audre Lorde. Collins hebt in diesem wegweisenden Werk hervor, dass das Schwarze feministische Denken als kritische Gesellschaftstheorie Schwarzen Frauen die Mittel an die Hand gibt, sich gegen die intersektionalen Unterdrückungen zu wehren. Damit zielt Collins mit ihrer Arbeit auf die Verknüpfung von Schwarzer Wissenschaft mit Empowerment und Schwarzem feministischem Aktivismus ab. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarkes und radikales Buch, das einen gut strukturierten Überblick über Schwarzes feministisches Denken und dessen Kanon leistet.
Autor*innen: Patricia Hill Collins
Wie kommen wir in gerechte(re) und ökologisch-nachhaltige(re) Gesellschaften? Anarchistische Aufbrüche stellt Transformation selbst ins Zentrum: nicht als Schlagwort, sondern als Frage nach gangbaren Wegen in eine befreite Gesellschaft. Damit verschreibt sich der Sammelband dem Prinzip des vorhergehenden Bandes Anarchistische Gesellschaftsentwürfe, der Fantasie so viel konkretes Futter wie möglich zu geben. Er versammelt Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst und sozialen Bewegungen und verbindet strategische Debatten (revolutionär/reformistisch) mit konkreten Praxen wie direkter Aktion, Selbstorganisation, Bildungsarbeit und Sorgearbeit.
Autor*innen: Thomas Stölner, Utta Isop, Uwe H. Bittlingmayer, Susanne Stölner, Josef Mühlbauer, Michael Wissgott (Hg.)
Ein Harburger Anarchist erinnert sich an Zeiten voller Höhen und Tiefen, an Reisen in ferne Länder, Drogenexzesse, Liebe und Beziehungsstress und immer wieder an den ewigen Kampf für eine bessere Gesellschaft. Er kettete sich an die Heizung in der Abendblatt Filiale, saß wegen Landsteicherei im Knast in Francos Spanien und stand nach Protesten gegen eine NPD-Kundgebung im legendären Harburger „Eierwerferprozess“ vor Gericht. Die linke Politszene der Siebziger und Achtziger wird wieder lebendig, sei es der Gruppenabend der SDAJ in der Steinikestraße, der Widerstand in Brokdorf oder die „Hausbesetzung“ am Harburger Ring. Wer kennt noch die Szenekneipe „Antagon“ oder den Piratensender „Radio Gnom“? Besuche in einer „Sexsekte“, alternative Busreisen, Aussteiger im Hippieparadies La Gomera oder die bunte Partyszene der Neunziger – ein bewegtes halbes Jahrhundert spiegelt sich in einem freiheitlich gesinnten Leben „gegen den Strom und mit der Zeit“.
Autor*innen: Ivar Lethi, Matthias Bublitz
Étienne de La Boéties Schrift über die freiwillige Knechtschaft ist ein Klassiker des politischen Denkens und bis heute von überraschender Aktualität. Sie fragt, weshalb Menschen ihre Freiheit preisgeben und sich einer Macht unterwerfen, die ohne ihre Zustimmung und Unterstützung nicht bestehen könnte. La Boétie analysiert die Gewöhnung an Herrschaft, die Rolle von Angst und Ablenkung sowie jene Netzwerke aus Günstlingen und Nutznießern, durch die sich Tyrannei stabilisiert. Seine Antwort ist von großer Klarheit: Freiheit beginnt mit der Verweigerung des Gehorsams.
Autor*innen: Étienne de La Boétie
Max Stirners berühmte Schrift polarisierte seit ihrem Erscheinen. In Teilen Deutschlands zunächst verboten, waren es paradoxerweise häufig seine Gegner, die diese Schrift wieder auflegten, wenn auch nur um Stirners Thesen zu wiederzulegen. Dennoch blieb sein Werk sehr einflussreich; so unterschiedliche Figuren wie Rudolf Steiner, Wilhelm Reich oder Ernst Jünger beziehen sich in ihren Werken auf Stirner.
Autor*innen: Max Stirner
Kropotkin verbindet scharfe Kritik an Kapitalismus und Staat mit konkreten Überlegungen zu Ernährung, Wohnung, Arbeit, Industrie und Landwirtschaft. Sein Buch entwirft eine konkrete Zukunftsvision und zeigt, dass „Wohlstand für alle“ bereits möglich ist. Kropotkins Werk wurde zu einem Grundtext des kommunistischen Anarchismus und inspirierte Generationen anarchistischer Aktivisten – von den anarchistischen Milizen im Spanischen Bürgerkrieg bis zur Occupy-Bewegung des 21. Jahrhunderts.
Autor*innen: Peter Kropotkin
„Man hat Bakunin den Vater des Anarchismus genannt, und er selbst bezeichnet den Zustand, den er im Gegensatz zum Staate wünscht, als Anarchie.“
Autor*innen: Ricarda Huch
Gott und der Staat ist eines der berühmtesten Bücher der anarchistischen Bewegung. 1871 geschrieben und erst 1882 veröffentlicht, ist es Michail Bakunins große Abrechnung mit Religion, Staat und autoritärer Macht.
Autor*innen: Michail Bakunin