Meine umfangreiche Auswahl von Büchern und Broschüren zu den verschiedensten Themenbereichen - Gesamtübersicht.
Zu einem Zeitpunkt, wo soziale Ungleichheit explodiert und Freiheitsbeschränkungen um sich greifen, hinterfragt Aurélien Berlan die zugrunde liegende Idee der Freiheit radikal. Hinter dem Ideal der Emanzipation durch Beherrschung der Natur erkennt er das aristokratische Streben nach einer »leichten Existenz«: den Wunsch, von den beschwerlichen Aufgaben des Alltags erlöst zu sein. Soziale Ungleichheit und ökologische Katastrophe sind untrennbar miteinander verbunden, da die Befreiung von den Notwendigkeiten des Alltags – als »imperiale Lebensweise« – die Ausbeutung von Natur und Mensch voraussetzt.
Autor*innen: Aurelien Berlan
Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen »linken Antisemitismus«, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke. Wer die deutsche Staatsräson nicht teilt und andere Lehren aus NS-Geschichte, vergangener Verfolgungspraxis und Völkermord zieht, sieht sich moralischer Verdammung, zuweilen Verfolgung ausgesetzt. Die nach wie vor höchst notwendige Kritik des Antisemitismus muss sich ebenfalls diesem demagogischen »Anti-Antisemitismus« widmen.
Autor*innen: Gerhard Hanloser
Die Demokratie steht am Abgrund. Lüge, Korruption und Bürgerverachtung sind an der Tagesordnung, während Autokraten weltweit auf ihren Moment warten. Doch wer sagt, dass wir uns das gefallen lassen müssen? Sylvie-Sophie Schindler schlägt vor, aus dem Parteiensystem auszusteigen und eigene Wege zu gehen. Ihr Buch ist ein Aufruf zur Freiheit: radikal, klug und zutiefst menschlich. Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität, so Schindler. Denn die Anarchie ist die größte Liebeserklärung an den selbstbestimmten Menschen.
Autor*innen: Sylvie-Sophie Schindler
Im Jahr 2014 flieht die aus Kurdistan stammende Rojîn nach einer Zwangsheirat aus Frankreich über die Türkei nach Rojava. In Kobanê schließt sie sich den Frauenverteidigungseinheiten (YPG) an, um gegen den IS zu kämpfen. Doch sie wird von Dschihadisten gefangen genommen und als Sklavin verkauft. Freiheit im Blut erzählt von Flucht, Überleben und Kampf, von weiblicher Selbstermächtigung – und vom Recht der Frauen, ihr Leben selbst zu bestimmen.
Autor*innen: Kudret Günes; Christophe Girard
Band 4 der Werksausgabe von Pierre Ramus. Mit den Texten "Die Irrlehre des Marxismus" (komplett Teil 1 - 7), "Beiträge zur Charakteristik von Karl Marx", "Friedrich Engels als Plagiator", "Anarchismus, Syndikalismus und Antimilitarismus in Österreich" u.v.m. Eingeleitet von Gerhard Senft
Autor*innen: Pierre Ramus
Der Anarchismus bietet eine hervorragende Grundlage für eine prinzipielle Rechtskritik. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch eine andere Art des Denkens über Recht möglich ist. Die „positive Anarchie“ beinhaltet ein Gesellschaftsbild ohne unterdrückende Macht und stützt sich auf Ordnung, Dynamik, Rationalität sowie Mutualismus und Föderalismus. Dieses Konzept lässt sich mithilfe des Rechts näher ausarbeiten. Der Gedanke findet sich bereits bei Proudhon, Kropotkin und Bakunin, vor allem aber bei der niederländischen libertären Juristin Clara Meijer-Wichmann, die vor über einem Jahrhundert ihre Sichtweise zum Strafrecht entwickelte.
Autor*innen: Thom Holterman (Hg.)
Kaum ein Autor hat sich so intensiv mit der deutschen Novemberrevolution befasst wie Klaus Gietinger. Ergebnis sind ein halbes Dutzend Bücher, die immer neue Aspekte dieses Jahrhundertereignisses erschließen konnten. Doch in seinem Archiv liegen noch viele Schätze. Ein Teil dieser Dokumente gehen nun in einen Roman ein, dessen Handlungsstränge über 90% belegbar sind. Erdacht sind nur die beiden Hauptpersonen. Der Drehbuchautor hat es verstanden die Geschichte lebendig werden zu lassen.
Autor*innen: Klaus Gietinger
Das Buch behandelt die Geschichte der anarchistischen „Partido Liberal Mexicano“ (PLM) von 1900 bis 1918. Es ist das erste Einführungswerk und gleichzeitig wissenschaftliche Arbeit in deutscher Sprache zu dem Thema. Zu Beginn wird die Geschichte Mexikos behandelt um die Ursachen und Besonderheiten der Revolution zu erklären, wie die breite Bauernrevolte, die Teilnahme militanter Indigener und der starke (USA-fixierte) Anti-Imperialismus. Der Hauptteil des Buches behandelt chronologisch die Geschichte der Partei, mit ihrer Entstehungszeit aus den liberalen Clubs, ihrer sozialdemokratischen-aufständischen Phase bis hin zur anarcho-kommunistischen Etappe von 1910-1918. Anhand historischer Quellen und theoretischer Reflexionen zeichnet das Buch die Kämpfe, Theorien und Widersprüche anarchistischer Akteure nach. Es zeigt, wie die PLM in den Aufständen und Streiks vor der Revolution eine tragende Rolle spielte und während der Revolution ganze Gebiete unter Kontrolle bringen konnte.
Autor*innen: Andreas Richter
Der Grundkonflikt zwischen Herrschaft und Freiheit schwelt ja stets weiter und stellt einen permanenten Aspekt menschlicher Existenz dar. Der Anarchismus, der individuelle Freiheitslösungen anstrebt, geht davon aus, dass Menschen sich jeden Tag und überall zwischen freiheitlichen und autoritären Lösungen zugunsten der Freiheit zu entscheiden haben. Ob der Alltagsmensch in diesem Sinne Anarchist:in sein kann? Damit sind Ansprüche verbunden, die oft nur schwer umsetzbar sind...
Autor*innen: Rolf Raasch
Sollten Kinder ihre Lehrer selbst wählen? Kann man Autoritäten aus der Schule vollständig entfernen? Sollten Kinder erzogen werden? Wenn ja, wie sollten Kinder erzogen werden? Wo sollten sie erzogen werden? Wie verhält sich die Frage der Erziehung zu den Kämpfen gegen Unterdrückung und Ausbeutung? Und noch viele weitere Fragen stellten sich Anarchisten schon lange, in dem Bewusstsein, dass der Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft selbstbestimmte Individuen erfordert, die für ihr Recht und das der anderen eintreten, die weder herrschen, noch beherrscht werden wollen! Der Band versammelt Texte aus den Jahren 1869 bis 1907, oftmals Erstübersetzungen ins Deutsche, die sich mit verschiedenen Fragen der Erziehung aus anarchistischer Perspektive beschäftigen.
Autor*innen: Philippe Kellermann (Hg.)
Unsere neue Broschüre „Anarchismus und Marxismus“, eine Übersetzung des Textes „Anarchism and Marxism“ von Lucien van der Walt, erschien im Original 2018 in „Brill’s Companion to Anarchism“. Wir halten den Text für einen wichtigen Bestandteil gegenwärtiger anarchistischer Theorie, den wir fortgeschrittenen Leser:innen empfehlen.
Autor*innen: Lucien van der Walt
Auf den ersten Blick könnte man sagen: Er war ein wilder Hund, dieser Wilhelm Wehner. 1916 verweigerte Wehner als erster Kriegsdienstverweigerer in Schweinfurt den Dienst an der Waffe und rief hier 1919 die Räterepublik aus. Schon um 1906 hatte sich der junge Arbeiter bei der Gruppe um die Zeitung „Revolutionär“ in Berlin politisiert. Vor Gericht wurde er angeklagt wegen „Erpressung“ des Unternehmers Ernst Sachs. Jedoch überraschend freigesprochen. Doch waren dies nicht nur vorübergehende Jugendwildheiten. Der umtriebige Arbeiter gründete in Schweinfurt eine Ortsgruppe der „Freien Arbeiter Union Deutschlands“, lud die international tätige Anarchistin Emma Goldman ein und pflegte nach 1945 einen umfangreichen Briefverkehr mit dem anarchosyndikalistischen Autor Rudolf Rocker, der in den USA lebte
Autor*innen: Initiative gegen das Vergessen Schweinfurt (Hg.)