Bücher zum Anarchismus und Anarchosyndikalismus
Die krisenhafte Entwicklung in der Wirtschaft und die soziale Ungleichheit nehmen immer drastischere Formen an. "Wir lassen zu, dass Geld die Politik bestimmt, während Menschen unter Mangel leiden", brachte kürzlich der renommierte Ökonom Jeffry Sachs einen der Grundwidersprüche des aktuellen Wirtschaftsgeschehens auf den Punkt. Das Kunststück, auf Sparmaßnahmen zu verzichten und den öffentlichen Sektor unter Vermeidung der Schuldenfalle ausreichend mit monetären Mitteln auszustatten, versuchte der Österreicher Heinrich Färber (1864-1941) mittels seines ergokratischen Programms in der Zwischenkriegszeit. Färber schaffte es, mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen zu inspirieren, sein Ruf drang in der Folge bis Lateinamerika.
Autor*innen: Gerhard Senft
Herrschaftssicherung, die durch die Einbeziehung der Menschen erfolgt und die Methoden offener Unterdrückung eher zu vermeiden sucht, beziehungsweise nur für Nicht-Integrierbare einsetzt, wirkt subtil, und ist damit schwerer durchschaubar. Der sich aktuell ausbreitende Populismus als Herrschaftsstrategie bedient sich der Benachteiligten, der Ausgegrenzten und Ausgebeuteten und suggeriert in ihrem Namen zu sprechen. Eine gefährliche Strategie, die in moderner Form aufgreift, was vormals der völkische Gedanke im Faschismus bezweckte: die eigentlichen Widersprüche durch die Zugehörigkeitsgefühle zum großen Ganzen zu überdecken. Völkische Ideologie und rassistische Muster haben sich bis in die Mitte der Gesellschaft ausgebreitet.
Autor*innen: Wolfgang Haug; Michael Wilk
Sind stabile herrschaftsfreie Gesellschaften denkbar? Haben staatslose Gesellschaften Jahrzehnte und länger überdauert und existieren sie noch immer? In den Sozialwissenschaften herrscht die Tendenz vor, »Regulierten Anarchien« entweder keinen politischen Stellenwert beizumessen oder ihnen doch eine verborgene Herrschaftlichkeit zu unterstellen. Mit beiden (ethnologischen bzw. historischen) Argumenten läßt sich die angebliche Unmöglichkeit von Herrschaftsabbau heute behaupten.
Autor*innen: Rüdiger Haude; Thomas Wagner
Autor*innen: Hauke Thoroe
Autor*innen: Fritz Herrmann
Autor*innen: Heinrich Drewes
Autor*innen: Abel Paz
Der 2. Band von Rudolf Rockers Autobiographie der hier erstmals komplett in deutsch (komplette Veröffentlichungen gibt es nur in spanisch und jiddisch aus den 1950er und 1960er Jahren) vorliegt, umfasst die Jahre von 1895 bis 1918, die Rocker hauptsächlich in England verbrachte. Großen Raum nimmt sein Wirken innerhalb der jüdischen anarchistischen Bewegung ein. Rocker beschränkt sich in seinen Memoiren nicht nur auf die Schilderung seines eigenen Handelns, sondern lässt auch anderen Akteuren Raum und gibt damit einen interessanten Einblick in die Geschichte der freiheitlichen Arbeiterbewegung im genannten Zeitraum. Der Band endet mit seiner Repatriierung nach Holland im Frühjahr 1918 nach mehrjähriger Internierung als feindlicher Ausländer.
Autor*innen: Rudolf Rocker
Die Proteste, die in den letzten fünf Jahren Indonesien erschütterten und ihre Ursache in den verschiedensten Faktoren haben (Änderungen des Wahlrechts, Korruption, wirtschaftliche Missstände und Unzufriedenheit mit der Regierung und der Brutalität der Polizei) flammten im August 2025 neu auf, als es zu einer massiven Steuererhöhung kam, während sich die politischen Eliten ihre Gelder erhöhten. Als am 28. August der Kurierfahrer Affan Kurniawan von der Polizei ermordet wurde, weitete sich der Protest zu Aufständen von Lieferant*innen, Anarchist*innen und Jugendlichen aus. Demonstrant*innen plünderten mehrere Polizeistationen, brannten die Häuser von Politikern nieder und steckten Regierungsgebäude in Brand.
Autor*innen: Gustav Landauer
Autor*innen: Bernd Drücke (Hg.)