Nicht zuletzt durch den vor ein paar Jahren erschienenen gleichnamigen Film schwirrt das »Projekt A« noch mehr als 30 Jahre nach seiner Ersterscheinung als Synonym für Projektanarchismus durch die Köpfe von freiheitlich denkenden Menschen. Doch leider hat der Film so gar nichts mit dem Buch zu tun und von dem Buch selbst gab es nun mal nur zwei Auflagen. Es gibt noch das AnArchiv und eine Gruppe von Menschen, die es mit viel Arbeitsaufwand wieder aus seinen Kisten befreit hat und es aufrechterhalten möchte. Von Besucher*innen werden sie dabei immer wieder gefragt: „Wie war das damals?“ Horst hatte darauf bereits 2003 bei einem Interview für die Graswurzelrevolution eine Antwort: „Wir werden das Buch (Projekt A) sicher noch einmal veröffentlichen, aber nicht unkritisch. Es muss dazu eine Aufarbeitung kommen, dazu würden wir dann viele Leute zum Schreiben einladen, die mitgemacht haben, so dass ein objektiveres Bild entsteht. Was ich eben gesagt habe, ist natürlich nur meine persönliche Meinung, andere sehen das ganz anders.“ Dieses Versprechen, von dessen Einlösung Horst durch seinen Tod 2009 abgehalten wurde, möchte das AnArchiv-Team nun in zwei Schritten zumindest teilweise einlösen.
Buch, 248 Seiten
Dieses Hauptwerk des bekannten Anarchisten Alexander Berkman erschien erstmals unter dem Titel “The ABC of Communist Anarchism” im Jahre 1928 in Berkmans Exil in Paris. Seither wurde es in viele Sprachen übersetzt und immer wieder aufgelegt. Noch heute gilt es als eine der klassischen Einführungen in den kommunistischen Anarchismus. Auch wenn sich in den fast 90 Jahren seit dem Erscheinen des Textes vieles in der Welt geändert hat, ist es doch auf der anderen Seite immer wieder verblüffend, wie aktuell die Berkmans Kritik an Staat und Kapital auch heute noch daher kommt.
Männer weinen nicht. Sollten sie aber, denn sie haben allen Grund dazu: Starre Männlichkeitsbilder beherrschen noch immer die Identifikationsangebote – sei es in Erziehung, Beruf, Werbung oder Mainstream-Medien. Stark, unbesiegbar, wild und immer auf der Gewinnerspur sollen Männer sein, ob sie wollen oder nicht.
«Gewaltfreier Anarchismus ist keine Politik, bei der man einfach nur Halt macht, kurz bevor es zur Gewaltanwendung kommt. Er verlangt vielmehr eine Revolution anderer Art und anderen Stils: indem man sich jeglicher Macht widersetzt und sie untergräbt, indem man sich jeglichen Machtverhältnissen verweigert und entzieht und indem man Verantwortung für sein Handeln im Zusammenwirken mit anderen übernimmt.»