Bücher zu den Themenbereichen Antifaschismus, Antirassismus und Antisemitismus
Unter dem Namen »Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes« (PEGIDA) gehen seit Ende Oktober 2014 in Dresden und anderorts Menschen gegen Flüchtlinge, »den Islam« und die »Lügenpresse« auf die Straße. Aus Hunderten wurden Tausende, und von Dresden aus verbreitete sich die rassistische und rechtspopulistische Bewegung über die ganze Bundesrepublik und expandierte sogar ins Ausland. Im Buch werden die Entwicklung von PEGIDA sowie ihr Verhältnis zu anderen Akteuren der extremen Rechten nachgezeichnet. Denn PEGIDA steht im Spannungsfeld von Neonazismus, rechtspopulistischer AfD und der Neuen Rechten.
Autor*innen: Lucius Teidelbaum
Während der Präsidentschaft Donald Trumps nahm rechte Straßengewalt in den USA deutlich zu. Dabei stand insbesondere eine Gruppe immer wieder im Rampenlicht der medialen Berichterstattung: die ›Proud Boys‹. Die 2016 von Gavin McInnes, Mitbegründer des Online- und Print-Magazins VICE, ins Leben gerufene ›Proud Boys‹ -Bruderschaft nahm einen rasanten Aufstieg und avancierte von einem Männerstammtisch in New York zu einem bundesweit aufgestellten Netzwerk mit Kontakten ins politische Umfeld von Donald Trump. Bei der gewalttätigen Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 spielte sie eine Schlüsselrolle. Wie keine andere Gruppe stehen die ›Proud Boys‹ seitdem für den Erfolg extrem rechter Mobilisierungen und die damit einhergehende Zunahme von rassistischer und antiemanzipatorischer Gewalt im Zuge des Aufstiegs des ›Trumpismus‹.
Autor*innen: Carl Kinsky
Race in Translation: Kulturkämpfe rings um den postkolonialen Atlantik ist gleichzeitig ein Bericht von den unterschiedlichen Fronten in den Debatten zu ›Rassen‹ und Kolonialismus, eine Kartierung der betreffenden Literatur mehrerer Sprachen und eine Stellungnahme zur Politik des grenzüberschreitenden Ideenflusses.
Autor*innen: Robert Stam; Ella Shohat
Utøya, Isla Vista, Halle, Hanau – drei Länder, vier Attentäter. Gemeinsam ist den Tätern ihre vergiftete Vorstellung von „Männlichkeit“ und ihr Wunsch, Frauen, Ausländer und Juden zu vernichten. In diesem Buch wird jener Vernichtungswunsch im Kontext europäischer rechts-identitärer Bewegung reflektiert, die auf Ungleichheit, Hass und Abwehr gegenüber dem Anderen aufbaut. Ziel ist, der imaginierten Verschwörung gegen den christlichen und „weißen“ Mann entgegenzutreten, Frauenkörper wieder in Besitz zu nehmen und sich so die „natürliche“ Position als Autorität in Familie und autoritärem Staat zurückzuerobern.
Autor*innen: Hanna Vatter
Von der Krise der Sozialdemokratie ist allerorten die Rede. Doch auch viele traditionsreiche Mitte-rechts-Parteien befinden sich im Niedergang oder zumindest in einer Zwickmühle: Sollen sie sich für progressive urbane Milieus öffnen? Oder lieber ihr konservatives Profil schärfen? Während Angela Merkel für das eine Modell steht, repräsentieren Politiker wie Donald Trump oder Sebastian Kurz das andere. Sie sind Vertreter eines radikalisierten Konservatismus.
Autor*innen: Natascha Strobl
Was ist die Spezifik des gegenwärtigen Rassismus? Wie lässt sie sich mit dem Kapitalismus und den Widersprüchen des Nationalstaats verknüpfen? Wann artikulieren sich Konflikte zwischen den Klassen rassistisch? Und sind hier noch andere als ökonomische Strukturen im Spiel? Diesen Fragen gehen Étienne Balibar und Immanuel Wallerstein in diesem Grundlagenwerk der Rassismustheorie nach.
Autor*innen: Étienne Balibar; Immanuel Wallerstein (Hg.)
Autor*innen: Bea Gomes; Walter Schicho; Arno Sonderegger (Hg.)
Autor*innen: Oliver Demny
Autor*innen: Sebastian Friedrich (Hg.)
In 13 chronologisch geordneten Essays zeichnet die radikale politische Aktivistin Angela Davis die Entwicklung der amerikanischen Frauenbefreiungsbewegung von den 1960er Jahren bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches (1981) nach und verknüpft sie mit der Geschichte Schwarzer Frauen in den USA – von der Sklaverei bis zu den Ungerechtigkeiten der Gegenwart. Denn mit dem Ende der Sklaverei in der Folge des amerikanischen Bürgerkrieges war der Rassismus noch nicht überwunden. Die Schwarzen wurden zwar zu Bürger*innen, aber zu Bürger*innen zweiter Klasse.
Autor*innen: Angela Davis
In »Rassismus. Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein« treffen klassische Texte aus der Kritischen Psychologie unter der Leitfrage nach der Funktionalität von Rassismus neu aufeinander. Annita Kalpaka und Nora Räthzel verfassten 1986 den ersten Text zu Alltagsrassismus und institutionellem Rassismus in der Bundesrepublik, der weitere Verbreitung fand. Sie stellen darin die noch immer brisante Frage nach der Funktionalität von Rassismus für die Handlungsfähigkeit der Subjekte in restriktiven gesellschaftlichen Verhältnissen. Ihnen ging es um alltäglichen Rassismus, die übliche Diskriminierung von Eingewanderten und um Kritik an einer Politik, die sich weigerte, Eingewanderte »als integralen Bestandteil der deutschen Gesellschaft zu betrachten«. Heute, 30 Jahre später, haben die Autorinnen ihren Text kommentiert und auf aktuelle Fragestellungen hin zugespitzt.
Autor*innen: Annita Kalpaka; Nora Räthzel; Klaus Weber (Hg.)
Autor*innen: Helmut Kellershohn; Martin Dietzsch; Regina Wamper (Hg.)