Politik, Demokratiekritik, Soziale Bewegungen u.ä.
Der kurdischen Bewegung ist gelungen, wonach viele sich sehnen: der globalen Ausbeutungsmaschinerie ein System der Selbstbestimmung entgegenzustellen und – inmitten ständiger Repressionen – Schneisen der Verwüstung in Korridore des ökologischen Auflebens zu verwandeln. Dieser Band zeigt nun erstmals, wie die Bewegung diese beiden Stränge von Anfang an miteinander verknüpfte. Er beleuchtet die Philosophie der Sozialökologie, greift das mythologische Erbe des kurdischen Alevismus auf und lotet ökopolitische Strategien aus. In der Auseinandersetzung mit organisatorischen Strukturen, wie dem Mesopotamia Ecology Movement oder dem ökologischen Frauendorf Jinwar, berührt er nicht zuletzt die Frage nach dem Zustand der kommunistischen Idee: Was bedeutet es heute, gemeinsam frei zu sein?
Autor*innen: Stephen E. Hunt
Oliver Resslers Filmprojekte, Installationen, Fotografien und Zeichnungen beleuchten die Mechanismen und Potenziale von weltweiten Protestaktionen. Das interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt Barricading the Ice Sheets (2019–2023) zeichnet Mobilisierungen, Aktivitäten, Versammlungen und Arbeitstreffen von Klimaaktivist*innen nach und stellt unterschiedliche Ansätze und Zugänge einer künstlerisch-aktivistischen Praxis vor. In seinen Werken bezieht Ressler Stellung zu der Problematik der steigenden Kohlenstoffemissionen und begleitet Aktionen zivilen Ungehorsams, die auf die Untrennbarkeit von Umweltfragen und soziopolitischen wie ökonomischen Rahmenbedingungen hinweisen. Die dazugehörige Reihe von Einzelausstellungen, ebenfalls unter dem Titel Barricading the Ice Sheets, versammelt Arbeiten, die im Rahmen des Projekts entstanden sind.
Autor*innen: n.b.k.
In diesem Sammelband theoretischer Ausarbeitungen unter anderem zur Geschichte der Arbeiterbewegung und dem italienischen Philosophen Gianbattista Vico richtet Agnoli sein Augenmerk schwerpunktmäßig auf den deutschen Idealismus.
Autor*innen: Johannes Agnoli
Autor*innen: Jens Kastner
Sowohl in aktivistischen Zusammenhängen als auch in Bewegungsforschung und Politikwissenschaft ist sie in aller Munde: präfigurative Politik. Es geht ihr um die Vorwegnahme befreiter sozialer Beziehungen in den Bewegungen innerhalb der – und gegen die – gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse. Was aber damit genau gemeint ist, welche Erwartungen damit verknüpft sind und welche Fallstricke in politischer Hinsicht drohen, ist alles andere als klar.
Autor*innen: Paul Sörensen
Autor*innen: Paul Valery
Autor*innen: Hanna Poddig
Autor*innen: Oliver Flügel-Martinsen
Wolf-Dieter Narr hat die Entwicklung sowohl der Politikwissenschaft als auch der außerparlamentarischen Linken in der Bundesrepublik seit den späten 1960er Jahren mitgeprägt. Inspiriert von Marx, Weber und Adorno hat er neben wichtigen staats- und demokratietheoretischen Texten eine Vielzahl von Analysen zur menschenrechtlichen Entwicklung der Bundesrepublik, zur politischen Ökonomie und zur Hochschulpolitik verfasst. Sein Selbstverständnis ist das eines politischen Intellektuellen, der Wissenschaft im Sinne gesellschaftlicher Emanzipation betreibt und aktiv in soziale Auseinandersetzungen interveniert. Dabei entwickelt er einen Begriff von Menschenrechten, der diese nicht durch idealistische Überhöhung politisch entkräftet, sondern sie „im Geflecht der natürlichen und sozialen Bedingungen“ aktualisiert.
Autor*innen: Wolf-Dieter Narr
Von der Krise der Sozialdemokratie ist allerorten die Rede. Doch auch viele traditionsreiche Mitte-rechts-Parteien befinden sich im Niedergang oder zumindest in einer Zwickmühle: Sollen sie sich für progressive urbane Milieus öffnen? Oder lieber ihr konservatives Profil schärfen? Während Angela Merkel für das eine Modell steht, repräsentieren Politiker wie Donald Trump oder Sebastian Kurz das andere. Sie sind Vertreter eines radikalisierten Konservatismus.
Autor*innen: Natascha Strobl
Niccolò Machiavelli, der Renaissancemensch, Politiker und Philosoph, ist eine der umstrittensten Figuren der Geschichte. Bis heute dominiert das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen«, der vor allem für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, berühmt und berüchtigt wurde: den Machiavellismus. Häufig wurden auch ein knallharter machtpolitischer Realismus und ein Primat der Staatsräson als weitere zentrale Elemente der Lehre Machiavellis angesehen. In der wieder lebhaft geführten internationalen Debatte über den Florentiner Denker wird dagegen heute entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker. Eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die Philipp Hölzing in seinem Buch nachzeichnet.
Autor*innen: Philipp Hölzing
Wie aber kann solidarische Revolte gelingen, wenn zugleich die Autoritären das Vokabular der Rebellion kapern und sich als Kämpfer im Aufstand »gegen das System« inszenieren? Dieser Frage gehen Michael Ebmeyer und Roland Schappert in ihrem mitreißenden, hoch aktuellen Essay nach. Im Anschluss an Klassiker wie Albert Camus analysieren sie, wo Revolte heute zur Farce wird und wie Befreiungsbewegungen dennoch auch im TikTok- und MAGA-Zeitalter eine Ordnung ohne Herrschaft anstreben können.
Autor*innen: Michael Ebmeyer; Roland Schappert