Kritik der gesellschaftlichen Zustände
Ist die gesellschaftliche Linke staatstreu geworden und reiht sich ein ins „Gemeinsam gegen Corona“? Das war eine der Leitfragen der Herausgeber:innen, die sie seit Dezember 2020 in einer Veranstaltungsreihe mit Gästendigital diskutiert haben. Der Band dokumentiert Beiträge, in denen es um Grundrechtsabbau und die Situation im kaputtgesparten Gesundheitssystem geht. Betroffene von Pandemie und Lockdown kommen neben Theoretiker:innen zu Wort. Profiteure werden benannt und der Siegeszug der Digitalisierung diskutiert. Beleuchtet werden das schwierige Verhältnis von Antifa und Lockdown-Kritiker:innen oder linke Strategien wie ZeroCovid.
Autor*innen: Gerhard Hanloser, Peter Nowak, Anne Seeck (Hg.)
Zu Beginn der Pandemie, die als «Coronakrise» in die Geschichte eingehen soll, gab es noch eine Reihe von Hoffnungen. Die Krise wu¨rde zu mehr Einsicht in die Notwendigkeit gesellschaftlich-solidarischer Einrichtungen fu¨hren, zu mehr Wertscha¨tzung fu¨r A¨rzte und Pflegepersonal, zu mehr Solidarita¨t in den Bevo¨lkerungen. Als kleines Nebenprodukt wu¨rde sie die Frage erlauben, ob der Kapitalismus in seiner aktuellen Form wirklich die beste Weltordnung liefere, sie wu¨rde Autokraten enttarnen, den Populismus u¨berflu¨ssig machen, die Wertscha¨tzung fu¨r Kultur und Kritik wieder beleben, soziales Verantwortungsgefu¨hl und ein Bewusstsein fu¨r den Kampf gegen die Umweltzersto¨rung erzeugen ... Kurz: Die Krise wa¨re zugleich mit den Gefahren vielleicht auch eine Geburtshilfe fu¨r neue Chancen. Mit zunehmender Dauer mu¨ssen wir uns indes auch von den Hoffnungen auf eine bessere Post-Krisen-Welt verabschieden. Denn bereits als viele Menschen nur mit ihrem perso¨nlichen U¨berleben, mit ihren Einschra¨nkungen und mit der Verantwortung fu¨r die Na¨chsten zu tun hatten, setzt die Bewegung von Reaktion und Restauration ein.
Autor*innen: Georg Seeßlen
Welches gesellschaftskritische Potenzial hat die gegenwärtige Theoriedebatte um alte und neue Materialismen? Dieser Band ist der erste deutschsprachige Versuch, Antworten auf diese Frage zu finden.
Autor*innen: Tobias Goll; Daniel Keil; Thomas Telios (Hg.)
The three-volume text by Henri Lefebvre is perhaps the richest, most prescient work about modern capitalism to emerge from one of the twentieth century's greatest philosophers and is now available for the first time in one complete volume. Written at the birth of post-war consumerism, Critique was an inspiration for the 1968 student revolution in France. It is a founding text of cultural studies and a major influence on the fields of contemporary philosophy, geography, sociology, architecture, political theory and urbanism. Lefebvre takes as his starting point and guide the "trivial" details of quotidian experience: an experience colonized by the commodity, shadowed by inauthenticity, yet remaining the only source of resistance and change. This is an enduringly radical text, untimely today only in its intransigence and optimism.
Autor*innen: Henri Lefebvre
Autor*innen: Kalle Lasn
Autor*innen: Pun Ngai; Li Wanwei
Das Bedingungslose Grundeinkommen kann ein Schritt in die richtige Richtung sein – allerdings nur, wenn feministische und postpatriarchale Perspektiven mitgedacht werden: Das Grundeinkommen muss eingebettet sein in ein auf Care zentriertes ökonomisches Konzept.
Autor*innen: Ronald Blaschke; Ina Praetorius; Antje Schrupp (Hg.)
Auch wenn die Themen (wie Occupy Wallstreet, Studentenbewegung, Bürgerrechtsbewegung etc.) vielfältig sind: immer geht es in diesem Buch um Gerechtigkeit und den Widerstand gegen unberechtigte Übergriffe des Staates und anderer Institutionen in die Lebensbereiche der Bürger. Es bietet anhand konkreter Beispiele einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis von Chomskys politischer Theorie.
Autor*innen: Noam Chomsky; Jeffrey Wilson
In fünfzehn Tagen und Nächten setzt der gebrechliche Wesir des Osmanischen Reiches seinem Neffen und Nachfolger die Strategien des Herrschens auseinander. Das ist der Rahmen für Stojan Michailowskis »Buch für das bulgarische Volk«, entstanden 1897, bis heute unübersetzt. Ilija Trojanow erzählt dieses Großgedicht in seiner eigenen Sprache nach. Und stellt seiner Erzählung einen Chor von Stimmen bedeutender Theoretiker des Herrschens zur Seite. Dazu gehören Klassiker der politischen Weltliteratur aus Persien und dem antiken Griechenland, aus China und Japan, Machiavelli und Shakespeare, ebenso wie Autoren von heute. Entstanden ist so eine Wunderkammer des Nachdenkens über das Wesen der Macht – und darüber, wie wir uns vor ihren Gefahren schützen.
Autor*innen: Ilija Trojanow